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Meerbusch: Zurück aus dem Chaos

Meerbusch : Zurück aus dem Chaos

Christian von Zittwitz hielt sich zur Zeit des Hurrikans "Sandy" in New York auf. Das Erlebte wird er nicht so schnell vergessen.

40 Stunden war Christian von Zittwitz bei seiner Rückkehr aus den USA unterwegs. "Das war ziemlich anstrengend", so die erste Reaktion des Geschäftsführers des BuchMarkt Verlags K. Werner in Ilverich, nach seiner Rückkehr aus New York. Der Journalist war mit einer 47-köpfigen Reisegruppe unterwegs.

"Wir haben viel erlebt, sind mit einem Helicopter über die Stadt geflogen und durch Manhattan geradelt", erzählt von Zittwitz. Nachdem sie ein paar Tage lang den "Big Apple" erkundet hatten, sollte es am Dienstag zurück nach Deutschland gehen. Zwar kam der Hurrikan "Sandy" später als vermutet in der Metropole an, doch die Flüge waren bereits gestrichen. Über die kritischen Stunden in der stürmischen Nacht sagt der Meerbuscher: "Die habe ich verschlafen." Aber die Situation war gespenstisch.

Wenige Stunden vor dem Höhepunkt des Wirbelsturms war von Zittwitz auf dem Times Square unterwegs: "Er war menschenleer, die Geschäfte waren geschlossen und es fuhren keine Bahnen mehr." Er sah, wie eine junge Frau verzweifelt vor dem Gitter eines U-Bahn-Schachtes stand, nicht wissend, wie sie nun noch nach hause kommen sollte. Auch das Schwanken des 23 Stockwerke hohen Hotels an der 30th Street wird er nicht so schnell vergessen: "Das war sehr unheimlich. Aber wir hatten Glück, es gab Strom und Heizung. Nur zwei Straßen weiter wurden bei Kerzenlicht Geschäfte gemacht."

Und nur wenige Blocks vom Hotel entfernt hatte der Sturm eine komplette Hausfront herausgerissen. "Diese Ungewissheit, was kommt noch und wann wir nach Hause konnten, war ganz schön aufreibend", erinnert er sich. Ein Teil der Truppe musste in Doppelzimmer ziehen, denn das Hotel war überbelegt. So hatte sich die Reisegruppe schon darauf eingerichtet, erst nach dem Wochenende die Rückreise antreten zu können. "Aber plötzlich ging alles ganz schnell", erzählt von Zittwitz. Vom Flughafen Newark startete er Richtung Frankfurt am Main. Allerdings gab es zuvor im Taxi zum Flughafen noch einmal einen Nervenkitzel: "Der Fahrer akzeptierte keine Kreditkarten, weil die Lesegeräte nicht funktionierten. Wir suchten unser restliches Bargeld zusammen."

Einige Reisegruppe-Teilnehmer sollten vom John F. Kennedy-Airport aus zurückfliegen. Auch bei ihnen gab es Schwierigkeiten. "Sie kamen wieder zurück. Ein plötzlicher Schneesturm ließ den Start der Maschine nicht zu." Christian von Zittwitz ist froh, das "Sandy"-Chaos unbeschadet überstanden zu haben: "Und die Erkältung, die ich mir auf der Rückreise angelacht habe, bekomme ich bald in den Griff."

(RP/rl/ila)