Latumer See: Noch wird die Brücke nicht saniert

Latumer See: Noch wird die Brücke nicht saniert

Spaziergängern war aufgefallen, dass einige Bohlen an der Brücke über dem Latumer See abmontiert wurden. Die geplante Sanierung hat aber noch nicht begonnen.

Aufmerksame Bürger haben es gemerkt: An der seit fast vier Jahren gesperrten Brücke, die in der Nähe des Latumer Sees über eine Mulde führt, wird gearbeitet. Beginnen somit die Sanierungsarbeiten an der höchst umstrittenen Holzbrücke? Seit Jahren beschäftigen sich Meerbuschs Politiker mit der Frage, ob das marode Bauwerk abgerissen, neu gebaut oder saniert werden soll. Im Frühjahr 2017 war zunächst ein Neubau beschlossen worden, im Juni nach Protesten aus der Bürgerschaft aber doch eine Sanierung ins Auge gefasst worden.

„Sinn und Notwendigkeit dieser Brücke erschließen sich weder bei einem Neubau noch bei einer Sanierung“, hatten die Bürger argumentiert. Der See könne auf einem Spazierweg auch ohne die Brücke umrundet werden, mit einem Umweg von etwa 120 Metern. Auch als Aussichtspunkt sei die Brücke verzichtbar, denn am Latumer See befänden sich bereits drei Aussichtspunkte. Der Bund für Steuerzahler schlug in die gleiche Kerbe und beklagte eine Verschwendung von Steuergeldern.

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Eine Mehrheit aus CDU, Grünen und SPD setzte sich jedoch durch  – gegen den Rat der Verwaltung, die einen Abriss favorisierte, der 9000 Euro gekostet hätte. Als Element der Gartengestaltung bezeichnen die Befürworter die Brücke, von der aus die Spaziergänger die grüne Oase des Latumer Sees erleben könnten. Der See habe als Naherholungsgebiet eine hohe Bedeutung für die Menschen in ganz Meerbusch und sei stark frequentiert.

Die Kosten für eine Sanierung waren 2012 von Gutachtern mit 37.000 Euro angegeben worden. Sie dürften aber mittlerweile höher liegen. Ein neues Gutachten zum Sanierungsbedarf soll darüber Klarheit bringen. „Wir haben lediglich einige Holzteile entfernt. Die Sanierung hat noch nicht begonnen,“ teilt der Technische Dezernent Michael Assenmacher mit. Der Zustand der Brücke werde noch einmal untersucht. Das Ergebnis soll im September dem zuständigen Ausschuss vorgelegt werden, der dann den endgültigen Beschluss fassen müsse.