Meerbuscher Schreiner bereitet gerne Freude

Büdericher bastelt Geschenke für Kinder: Glückliche Kinderaugen sind sein schönster Lohn

Geschreinert und gebastelt hat Günter Jonas schon immer gern. „Nur hatte ich früher, als meine eigenen Kinder klein waren, wenig Zeit dafür“, sagt er.

Erst nach seiner Pensionierung legte der Schlossermeister, der im August seinen 80. Geburtstag feiert, so richtig los. Seine Motivation: „Ich wollte etwas Sinnvolles tun und Kindern Freude bereiten. Alles, was ich mache, wird verschenkt.“

Er schlägt einen dicken Ordner auf, in dem fein säuberlich Fotos seiner Schmuckstücke abgeheftet sind: Wiegen in Rosa und Blau, Puppenkleiderschränke mit winzigen Bügeln, Puppenschaukeln, Spielzeugtruhen, kleine Schminktische mit Spiegel, Kästchen für Buntstifte und Vogelhäuschen in vielfarbigen Variationen. „Alle mit Schublade für das Futter“, fügt Günter Jonas hinzu.

Er deutet auf ein leuchtend blaues Tischchen mit zwei Bänken, das für eine Nachbarin bestimmt ist: „Damit hat alles angefangen.“ Ein solches Modell hatte er bei einem Discounter entdeckt und war wenig angetan von der Qualität: „Das Holz fühlte sich rau und splittrig an, aber die Idee gefiel mir. Also habe ich es nachgebaut.“ Und dann kam eines zum anderen.

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Er schreinerte für seine Enkel, für Freunde und Verwandte. Besonders dankbare Abnehmer waren die zwölf Kinder seines Stiefbruders. Seine Bastelstube hat Günter Jonas im Keller eingerichtet. „Ich gehe nur runter, wenn ich Lust habe“, sagt er, „aber dann kann das bis tief in die Nacht gehen.“ Wenn ihn seine Freundin aus Münster besucht, wird ihr ein striktes „Kellerverbot“ erteilt. „Sonst würde ich einige Punkte einbüßen“, scherzt er.

Es kommt auch vor, dass ihm ein Stück nicht gefällt, „dann wird es mit der Kreissäge wieder entzwei geschnitten.“ Günter Jonas ist eben ein Perfektionist. Das Spielzeug aus stabilem Holz wird mit großer Sorgfalt gesägt, gefertigt und liebevoll bemalt - selbstverständlich mit kinderfreundlichen Farben ohne Lösungsmittel. Manchmal greift Günter Jonas auch eine Anregung auf. Als sich jemand eine Hundewippe wünschte, war er zunächst ratlos. „Was sollte das denn sein? Ich fuhr extra zu einem Hundespielplatz und sah mir so eine Wippe an. Dann konnte ich sie nachmachen.“ Die Material-Ausgaben für sein Hobby, das hat er penibel notiert, summieren sich auf mehrere hundert Euro im Jahr. Aber nie würde er für seine Möbelchen Geld annehmen. „Die glücklichen Kinderaugen sind mein schönster Lohn“, sagt er zufrieden.

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