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Dirk Busche ist neuer Schulleiter an der Realschule Osterath

Neuer Schulleiter an der Realschule Osterath : Das ist der Neue an der Realschule

Dirk Busche leitet seit diesem Schuljahr die Realschule Osterath. Er lobt seinen Vorgänger Burkhard Wahner und will das Profil der Schule weiter schärfen. Der Chemie- und Mathelehrer betont: „Meerbusch braucht die Realschule.“

Für eine Schultüte ist Dirk Busche mit seinen 47 Jahren dann doch zu alt. Trotzdem hat er am Mittwoch eine bekommen: gefüllt mit Schokoriegeln, Stempeln, Beruhigungstee und – ganz wichtig – mit einem Stift, der grün schreibt. „Das ist der sogenannte Schulleiterstift“, erklärt Busche. Denn Schulleiter schreiben in Grün, und seit diesem Schuljahr ist der gebürtige Dortmunder, der in Krefeld aufgewachsen ist und wohnt, Leiter der Realschule Osterath (RSO).

„Ich bin erst ein paar Tage hier. Aber ich fühle mich bereits jetzt sehr heimisch und willkommen“, sagt der Chemie- und Mathelehrer. Auf die Stelle in Osterath habe er sich ganz gezielt beworben. „Ich bin hier angetreten, um den Stellenwert der Realschule Osterath zu sichern.“ Denn natürlich sei er schon mehrfach auf die Zukunft seiner neuen Schule angesprochen worden: Immer wieder war in der Vergangenheit die Rede von einer zweiten Gesamtschule in Meerbusch und der Schließung der RSO. „Ich muss für mich noch ertasten, was an diesen Gerüchten dran ist. Mein erster Eindruck ist auf jeden Fall: Diese Realschule ist keine Resteschule. Und ich wünsche mir, dass Politik und Öffentlichkeit honorieren, was hier von den Kollegen geleistet wurde und wird.“ Auch mit den anderen Meerbuscher Schulleitern will er sich in den nächsten Wochen treffen und austauschen.

Dirk Busche weiß, was es bedeutet, eine Schule schließen und „abwickeln“ zu müssen. „Ich bin in dieser Hinsicht ein gebranntes Kind“, sagt er. Denn die Realschule in St. Tönis, an der er von 2004 bis 2018 beschäftigt war – davon die letzten acht Jahre als Konrektor – begleitete er bis bis zum Schluss. „Diese Resteverwaltung war sehr traurig. Der Schulleiter und ich sind bis zuletzt an Bord geblieben, ein bisschen so wie auf der Titanic.“ Die Kollegen wurden auf andere Schulen verteilt, er selbst wusste bis zwei Wochen vorher nicht, dass er eine Interimsstelle als Konrektor in Mönchengladbach antreten würde. „In diesem einen Jahr in Mönchengladbach habe ich dann auch das Eignungsfestellungsverfahren für Schulleiter gemacht und mich ganz bewusst auf die Stelle an der RSO beworben“, erzählt Busche, deren Lebensgefährtin eine Grundschule in Solingen leitet.

Auch mit Burkhard Wahner, der 20 Jahre lang Schulleiter der RSO war, hat er sich schon vorher getroffen. „Das passte sofort, und ich habe mich sehr gefreut, dass er meine Bewerbung begrüßt hat. Denn er hat tolle Arbeit geleistet; diese Schule ist sehr gut aufgestellt, die Eltern sind engagiert. Ich hoffe, dass ich hier meinen Hafen gefunden habe und etwas Neues schaffen kann. Ich bin auf jeden Fall gekommen, um zu bleiben.“ 34 Pädagogen und zwei Sozialarbeiter, außerdem die Kollegen von der Verwaltung bilden sein neues Team. Hinzu kommen aktuell knapp unter 500 Schüler. „Am Mittwoch durften wir 83 neue Fünftklässler begrüßen.“ Busche kämpft für ein gutes Image der Realschule: „Die Realschule hat zu Unrecht einen niedrigeren Stellenwert. Meerbusch braucht die Realschule. Jede Schulform ist eine Bereicherung für die Schullandschaft, das ist wie die Artenvielfalt in der Natur.“

Vielen Eltern sei leider nicht bewusst, dass auch die Realschule alle Möglichkeiten für die Kinder biete, „nur eben auf Umwegen, was oft aber sogar der bessere Weg ist“. Das hat er selbst erfahren: Nach seinem Realschulabschluss machte er zuerst eine Ausbildung als Chemielaborant, bevor er das Abitur nachholte und in Duisburg sein Chemiestudium und später sein Lehramtsstudium absolvierte. „Ich kenne die Stärken der Realschule und würde mir wünschen, dass die Wahl der weiterführenden Schule stärker nach der Schule selbst abliefe und weniger nach dem Schultyp.“ Im Idealfall entstünde so ein „positiver Konkurrenzkampf“ der weiterführenden Schulen.

An der RSO etwa will er künftig das Fach „Soziales Lernen“ im regulären Stundenkontingent aufnehmen. „Und natürlich ist die Medialisierung ein großes Thema.“ Das pädagogische Profil will Busche mit einer „Kultur des positiven Feedbacks“ weiter schärfen. Bedeutet: Einige Schüler werden Belobigungsschreiben mit nach Hause nehmen können. Busche: „Kein Kind soll auf der Strecke bleiben, wir wollen früh Hilfestellung leisten und die Eltern früh ins Boot holen.“ Die Bläserklasse an der RSO hebt er hervor, die Berufspraktika, das Chemie-Projekt Teutolab, das Realschüler zu Chemie-Tutoren für Grundschüler ausbildet, auch die Entscheidung gegen den gebundenen Ganztag bewertet er positiv. Busche: „Die optimale Grundlage ist da, die Weichen für die Zukunft sind gestellt.“

Der erste Schultag an der RSO war anstrengend für den Neuen, habe ihm aber auch viel Spaß gemacht. „Manchmal verlaufe ich mich noch, dann müssen die Schüler mir eben helfen“, sagt er. Als Belohnung hat er sich schließlich am Abend eine Lachsforelle gegönnt. Dirk Busche: „Sogar selbst gegrillt.“