Leverkusen: Job-Speeddating in der BayArena

Job-Speeddating : Verkupplungsaktion in der BayArena

Beim Job-Speeddating finden Arbeitnehmer und Arbeitssuchende zusammen. Erfolgsquote liegt bei 30 Prozent.

Wenn am Donnerstag, 10. Oktober, die Flutlichter der BayArena aufleuchten und sich die VIP-Lounge des Stadions füllt, dann ist weder Champions League noch englische Woche. In den Katakomben werden auch keine Spieler europäischer Top-Clubs kurz durchatmen, bevor sie sich dem Spielfeld nähern, sondern 380 Männer und Frauen auf dem Weg in eine neue berufliche Zukunft.

Denn die BayArena verwandelt sich an diesem Tag in eine etwas andere Jobbörse: Zum zweiten Mal wird an der Bismarckstraße das „Job-Speeddating“ stattfinden, eine Aktion der Agentur Pusch.com in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Leverkusen und Rhein-Berg sowie der Wirtschaftsakademie Am Ring. Arbeitgeber von knapp 50 Unternehmen mit etwa 2200 offenen Stellen in diversen Branchen – häufig Facharbeiter, Lagerist oder Verkäufer – treffen auf 380 ausgewählte Bewerber, um sich in Kurzgesprächen von bis zu zehn Minuten kennenzulernen.

Bei der Premiere im vergangenen Jahr wurde eine Vermittlungsquote von rund 30 Prozent erreicht, berichtet Andreas Backes, stellvertretender Geschäftsführer des Leverkusener Jobcenters. Mehr als 100 sozialversicherungspflichtige Arbeitsverträge wurden anschließend geschlossen. Auch diese Woche, bei der Premiere des Job-Speeddatings in Düsseldorf mit mehr als 60 Unternehmen und 750 Bewerbern wurden etwa 500 weitere Bewerbungsgespräche vereinbart, berichtet Marion Schreeck, Senior Project Manager der Agentur Pusch.com. Die Zahlen sprechen für den Erfolg der Jobvermittlungsbörse.

Den Grund für den Erfolg sehen Backes und Schreeck in der Atmosphäre, im Konzept und in der Vorbereitung der Bewerber. Das Job-Speeddating setzt nicht auf ausgefeilte, schriftliche Bewerbungen, sondern auf den persönlichen Eindruck. „Bei den ersten zwei Gesprächen sind die Bewerber vielleicht noch nervös und etwas verkrampft, das legt sich aber spätestens beim dritten Gespräch“, weiß Schreeck.

Von den Integrationsfachkräften des Jobcenters werden die Bewerber ausgewählt. Nicht nach Qualifikation oder Lebenslauf, wie Backes betont, „die Motivation des Einzelnen ist ausschlaggebend.“ Nur wer wirklich will, wird eingeladen. Die Teilnehmer sind in der Regel zwischen 30 und 55 Jahre, häufig ohne Ausbildung oder bereits lange aus der Arbeitswelt heraus. In der Wirtschaftsakademie werden sie auf den Bewerbertag vorbereitet, sagt Julia Frey-Illhardt, Geschäftsführerin des Schulungs- und Beratungsunternehmens. Die Bewerbungsunterlagen werden überarbeitet, ein professionelles Foto gemacht, ein informativer Bewerbungsflyer erstellt. „Das wichtigste ist natürlich, die Gesprächssituation zu trainieren.“ Fachlich gestärkt und motiviert steht dem neuen Job dann kaum noch etwas im Weg.