Handwerker in Leverkusen stellen sich modern auf

Leverkusen : Handwerk braucht mehr als Bleistift und Zollstock

Auf dem Weg zum Handwerk 4.0 - so haben sich die Kreishandwerkerschaft und ihre 13 Handwerksinnung beim Neujahrsempfang 2018 präsentiert. "Wer glaubt, ein Handwerker arbeitet in 2018 ausschließlich mit Bleistift, Wasserwaage und Zollstock, der hat noch ein Image von vor etwa 30 Jahren abgespeichert", sagte Marcus Otto, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft.

"Der Einsatz von Tablets vor Ort, Drohnenflüge auf der Baustelle oder 3D-Scannern geben die Richtung des innovativen Handwerks an."

Die Geschäfte der meisten Handwerker liefen momentan sehr gut. Auch die Prognose für die kommenden Jahre sei angesichts der guten Konjunktur positiv. Dennoch sei es kein Selbstläufer, als Handwerker Geschäfte zu machen. "Der Anspruch der Kunden verändert sich", sagte Kreishandwerksmeister Willi Reitz. "Außerdem suggeriert die vernetzte Welt mit Video-Anleitungen, dass Handwerksleistungen auch ohne Ausbildung und Mühe selbst erledigt werden können."

Zudem kämpften die Firmenchefs mit Schwarzarbeit. Die Handwerker im Oberbergischen, Rheinisch-Bergischen und in Leverkusen vermissen regelmäßige Kontrollen. Sowohl in ländlicher Umgebung als auch in den Städten des großen Gebietes der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land ist Schwarzarbeit auf Baustellen und in Privathaushalten ein Problem.

Darum gebe es Förderungsmöglichkeiten für Azubis durch die Innungen. Hinzu käme seit fünf Monaten auch die Unternehmer-Akademie Bergisches Land, die sich mit ihrem Seminarangebot an Lehrlinge, Gesellen, Meister oder Firmeninhaber richtet. Zudem soll ab dem späten Frühjahr auch eine App der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land verfügbar sein, die das umfangreiche Infomaterial zu Berufswahlmessen ersetzt.

(veke)
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