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Leverkusen: Bezaubernd brenzliges Varieté

Leverkusen : Bezaubernd brenzliges Varieté

Über das Bierbäuchlein von Feuerkünstler Gloryfire mussten die Zuschauer hinwegsehen, ansonsten aber lohten das Zuschauen am Samstagabend im Schlosspark von Morsbroich unbedingt. Und manch einer riss die die bei Leiterakrobatik und Magie sogar die Augen weiter auf – vor Staunen.

schlebusch Als der Feuerkünstler "Gloryfire" mit Hilfe einer Bohrmaschine die Funken fliegen ließ zum furiosen Finale der Varieté-Nacht beim Morsbroicher Sommer, standen den rund 250 Zuschauern am Schloss noch einmal die Münder offen vor Staunen und Begeisterung. Die zweistündige Freiluft-Show samt Flammeneinlage im Dunkeln bot viel Kurzweil und schaffte es trotz reichlich kühler Temperaturen, die Herzen der jungen wie alten Varieté-Freunde zu erwärmen.

Mentalmagie vom Feinsten

Der Bauch des "Gloryfire"-Flammentänzers, der immer wieder aus dem Kostüm hervorschaute und eine Stepptanzeinlage zur Überbrückung, deren Sinn sich den meisten Zuschauern ganz offensichtlich nicht erschloss, waren die einzigen kleinen Schwachpunkte einer ansonsten mitreißenden Show. Dass sowohl Moderator, Zauberer und Bauchredner Timothy Trust als auch Jongleur, Einradfahrer und Leiter-Artist Axel Wettstein (alias "one4you") ihre Showauftritte mit reichlich Humor würzten, wirkte durchaus bereichernd.

Trust und seine Assistentin Julie stellten eindrucksvoll unter Beweis, wie sie als Duo zu höchsten Weihen der Zaubererzunft gekommen sind und gaben auch die Nummer zum Besten, mit der sie Vize-Weltmeister der Mentalmagie geworden sind. Trotz mit einem (durch einen Zuschauer kontrollierten) Tuch vor den Augen, Sitzplatz auf der Bühne und abgewendetem Blick konnte Julie all jene Gegenstände mit erstaunlicher Detailkenntnis benennen, die Zuschauer Trust präsentierten. Nichts blieb ihr verborgen, weder die Marke und das Modell einer Kamera, noch die Nummer eines Personalausweises oder die Zusammensetzung eines Schlüsselbundes samt Marke des Autoschlüssels. Zum Finale nannte sie zwei von drei ausgewählten Zuschauern obendrein auch noch Details wie das Geburtsdatum oder das Lieblingsparfum.

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Apfel, Keule, Messer

"Alles per Gedankenübertragung", wie der Zauberer versicherte, der zudem mit langen Klingen einen anschließend zu Präsentationszwecken eingerissenen Pappkarton mit langen Klingen durchbohrte – natürlich ohne der drinsitzenden Julie dabei ein Haar zu krümmen.

Auch Wettstein eroberte die Herzen des Publikums im Sturm. Er erklomm ein hohes Einrad – mangelnde Beherrschung vorgaukelnd, zum Spaß über die Schultern eines Assistenten aus dem Publikum als Umweg, jonglierte mit Apfel, Keule und Messer, wobei er die Frucht Stück für Stück verzehrte oder trieb seinen Schabernack beim Erklimmen einer Artistenleiter.

Schade nur, dass – möglicherweise auch durch das wechselhafte Wetter – viele der Plätze am Schloss leer blieben. Diese packende Varieté-Nacht hätte mehr Zuschauer verdient gehabt.

(RP)