Volleyball : Ein Team liegt in Trümmern

Der muntere Ausverkauf geht weiter, und am Ende wird von der bisherigen Ausstattung absolut nichts mehr übrig sein. Bei Bayers Volleyballerinnen gibt es wie erwartet rege Absatzbewegungen, nachdem der Verein das Team wegen fehlender finanzieller Mittel vom Spielbetrieb der Bundesliga zurückgezogen.

Nach Kapitän Maren Brinker, die als Erste den Abflug machte und zum USC Münster wechselte, haben nun zwei weitere Spielerinnen einen neuen sportlichen Arbeitgeber gefunden. Nadja Schaus und Noora Linnarinne, die nach ihrer Heirat nun Lainesalo heißt, bleiben dabei Kolleginnen und treten künftig für den VC Wiesbaden an.

"Ich bin froh, dass es mit dem neuen Klub geklappt hat. Die Mannschaft passt zu mir und hat viel Perspektive", sagt Schaus, eine gebürtige Wormserin, "außerdem ist es nur eine halbe Stunde von meiner Heimat entfernt." So sehr sich die 24-Jährige, die seit einigen Wochen schon dauerhaft mit der Nationalmannschaft unterwegs ist und Angebote fast aller Topvereine der Liga vorliegen hatte, auch über die Klärung der Verhältnisse freut, so sehr treibt sie um, was mit dem Volleyball bei Bayer derzeit passiert.

Selbst für die Talente fehlt Geld

"Leverkusen ist mir ja ans Herz gewachsen in den sechs Jahren hier", betont "Naddel", "aber was da jetzt passiert, finde ich unglaublich. In der Presseerklärung wird was vom Wiederaufstieg erzählt, und jetzt gelingt es noch nicht mal mehr, die jüngsten Talente bei der Stange zu halten." Es sind jedenfalls keineswegs nur die Nationalspielerinnen, die Bayer den Rücken kehren. Auch Ann-Christin Quade (17), die gerade mit dem deutschen U 18-Nationalteam ein Turnier in Finnland spielt, Kira Walkenhorst (18) und Donata Huebert (20), die eigentlich den Kern der neuen Mannschaft bilden sollten, stehen unmittelbar vor dem Absprung, weil auch für ihre weitere sportliche Beschäftigung offenbar die finanziellen Möglichkeiten fehlen. Für Quade liegen reizvolle Anfragen vor, vor allem aus Schwerin, Huebert und Walkenhorst, die im Opladener Remigius-Krankenhaus eine Ausbildung zur Physiotherapeutin macht, sind in Aachen gefragt.

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"Da wird bei Bayer in wenigen Wochen alles in Trümmer gerissen, was über viele Jahre hinweg aufgebaut worden ist. Es ist einfach nur traurig und elend", sagt Schaus, die demnächst auch noch mal in Leverkusen auftauchen wird. "Ich muss ja meine Wohnung noch auflösen." Erst am 22.Mai war sie umgezogen und hatte ihr neues Domizil in Schlebusch bezogen. Von Seite des Vereins, der wenige Wochen später das Aus verkündete, hatte es dagegen kein Veto gegeben.

(RP)