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Bayer-Konzern will Currenta abstoßen

Unternehmen setzt Schwerpunkt auf Life-Science-Geschäft : Bayer-Konzern will Currenta abstoßen

Es laufen Gespräche zum Verkauf des 60-Prozent-Anteils. Der Konzern streicht zudem Stellen und strafft sein Portfolio.

Die Bombe platzte um 14.45 Uhr. Da verschickte Bayer eine E-Mail mit Neuerungen. Kurz: Es geht um den weltweiten Abbau von 12.000 Stellen, davon ein „signifikanter“ Teil in Deutschland, es geht um die Abgabe verschiedener Geschäftsbereiche – etwa der Tiergesundheitssparte „Animal Health“, es geht um die Verlängerung der Standortsicherung bis 2025, und es geht um den Verkauf des 60-prozentigen Anteils am Chemparkbetreiber Currenta.

Dass Bayer plant, sich von Currenta zu trennen, kursiert seit einigen Monaten. Bisher gab es keine konkrete Bestätigung. Nun sagt Konzern-Chef Werner Baumann: „... führt Bayer Gespräche über eine Veräußerung seines 60-prozentigen Anteils am deutschen Standortdienstleister Currenta. Nach der erfolgreichen Trennung von Coves­tro steht die Nutzung der Dienstleistungen von Currenta in keinem Verhältnis mehr zum Besitzanteil von Bayer.“ In den nächsten Monaten soll der Prozess abgeschlossen sein.

Eine sprachliche Lösung von Bayer hat schon vor zehn Jahren begonnen. Da hat sich der Chemparkmanager vom „Bayer“ im eigenen Namen getrennt. Um die bis dahin unter Bayer Industry Services (BIS, wurde 2002 gegründet) firmierende Werksverwaltung zum führenden Chemieparkmanager/-betreiber in Europa zu machen, brauchte es eine Imagekampagne und einen neuen Namen: Seit 2008 firmiert BIS unter Currenta, entstanden aus dem lateinischen „currere“ für „laufen“ und dem englischen „current“ für „aktuell“. Damals hieß es: „Das ist nicht nur die Verkündung eines neuen Namens. Das ist die Marschrichtung für die Zukunft.“

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Eine reine Werksverwaltung war die BIS schon da nicht mehr, sondern Chemieparkmanager und Dienstleistungsanbieter in den Bereichen Energie, Umwelt, Sicherheit und Services. „Deswegen haben wir einen Bayer-neutralen Auftritt gewählt“, hatte Klaus Schäfer, damals BIS-Chef, erläutert. Der Chemiepark läuft seitdem unter dem Namen Chempark.

Spannende Frage: Wer kauft Bayer die 60 Prozent ab? Baumann sagt: „Currenta braucht eine Eigentümerstruktur, die eine langfristige operative Entwicklung unterstützt und trägt.“ Von Lanxess (hält die übrigen 40 Prozent) heißt es: „Derzeit haben wir keine Pläne, unsere Anteile zu verändern.“ Ganz bedeckt hält sich der Kunststoffkonzern Covestro: Man äußere sich derzeit zum Thema nicht, heißt es auf Anfrage. Derweil vermittelt Currenta (3200 Mitarbeiter, 5000 inklusive der Tochtergesellschaften) selbstüberzeugte Gelassenheit: „Currenta und Chempark sind erfolgreich. Wir sind in den vergangenen Jahren stetig gewachsen und werden diesen Kurs konsequent fortsetzen – auch mit neuem Anteilseigner“, sagt die Geschäftsführung.