Kegeln : Das Abenteuer läuft

Die Postsport-Damen stellen nach dem Aufstieg zur Bundesliga klar die Nummer eins bei den Langenfelder Sportkeglern. Anreiz und Aufwand sind groß und der Klassenerhalt ist das einzige Ziel – zur Not über die Play-Downs.

Die Postsport-Damen stellen nach dem Aufstieg zur Bundesliga klar die Nummer eins bei den Langenfelder Sportkeglern. Anreiz und Aufwand sind groß und der Klassenerhalt ist das einzige Ziel — zur Not über die Play-Downs.

Für Bernd Prumbaum ist die Sache sonnenklar. "Langenfeld ist eine Kegelhochburg", findet Prumbaum, der inzwischen seit 53 Jahren als Sportkegler unterwegs ist. Sieben Jahre spielte er in der Bundesliga, gewann viele Deutsche Meisterschaften und wurde Europameister.

Durch ein 24-Stunden-Dauerkegeln spielten sich Prumbaum und seine Biermannschaft aus Monheim 1992 ins Guinnessbuch der Rekorde. Die erste Kugel schob seinerzeit Ingeborg Friebe, damals Landtagspräsidentin in Nordrhein-Westfalen und die erste Frau im Land. Dass Prumbaum als Vorstandsmitglied im Verein Langenfelder Sportkegler viel von seinem Sport versteht, ist unstrittig.

Die vielen Titel von Langenfelder Jugendmannschaften unterstreichen seine These zusätzlich. Außerdem war die Anlage am Freizeitpark 2004 der Schauplatz für Deutsche Meisterschaften.

  • Lokalsport : Langenfelderinnen kegeln sich zum knappen Sieg über Wieseck
  • Lokalsport : Langenfelder Tennis-Damen gewinnen ihr Aufstiegs-Finale
  • Kegeln : Kegeln: Langenfeld müht sich geschwächt zum Sieg

Das aktuelle Aushängeschild sind die Damen von Postsport Langenfeld, die in der vergangenen Serie den Aufstieg in die Bundesliga schafften. Nachdem die Langenfelderinnen die NRW-Liga überraschend dominiert hatten, war anfangs nicht sicher, ob die höchste Klasse überhaupt sinnvoll sei. "Uns war klar, dass der Aufstieg einen riesigen finanziellen und zeitlichen Aufwand bedeutet", sagt Mannschaftsführerin Martina Roos. Letztlich wirkte der sportliche Reiz aber so intensiv, dass die Post an der Qualifikation teilnahm — was einen durchschlagenden Erfolg brachte. In Solingen gelang der souveräne Sprung nach oben.

Nur Klassenerhalt zählt

Die lediglich durch Birgit Meierjohann (Frechen) verstärkte Aufstiegsmannschaft peilt "nur" den Klassenerhalt an und wird dafür viel zeigen müssen. Das 4961:4740 (2:1) über den Letzten Meteor 85 Mittelhessen war im fünften Spiel zwar der zweite Sieg, doch Langenfeld liegt weiter auf dem vorletzten Platz. Nach der Normalsaison folgen ohnehin erst die Play-Offs (vier Vereine/spielen den Meister aus) und die Play-Downs, nach denen zwei von vier Mannschaften absteigen müssen.

"Um die Play-Downs werden wir wohl nicht herumkommen", glaubt Roos, während Prumbaum den Damen durchaus einen Platz unter den ersten vier zutraut: "Da wollen wir mal abwarten. Wir haben eine gute Mannschaft."

Das Heimspiel gegen Meteor 85 Mittelhessen sahen rund 150 Zuschauer. "Da war eine wahnsinnige Stimmung", sagt Tanja Rittmann, die einzige gebürtige Langenfelderin im Team, dessen Erfolg am Ende auch ein Ergebnis städtischer Unterstützung ist — beispielsweise beim Hallenumbau für die Meisterschaften 2004. Für die Sportlerinnen gibts dagegen kein Geld, denn selbst in der Bundesliga ist Kegeln für die Langenfelderinnen nach wie vor ein reiner Amateursport.

Kosten und Gebühren

Die Spielerinnen müssen sogar selbst einiges aufwenden, um das Abenteuer überhaupt bewältigen zu können. Neben den beträchtlichen Fahrtkosten, die bei Reisen ins Saarland oder nach Hessen anfallen, gibts die Meldegebühr und Kosten für die Schiedsrichter. Deshalb sucht Langenfeld immer wieder nach Geldgebern. "Kegeln ist in der Bundesliga ist sehr werbeträchtig", betont Prumbaum, der möglichst viel Unterstützung für "seine" Damen sammeln will — damit Langenfeld eine Kegelhochburg bleibt.

(RP)