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Mobile Redaktion: Reusrath: Vereine stärken Gemeinschaft

Mobile Redaktion : Reusrath: Vereine stärken Gemeinschaft

Nach dem Stadtteilporträt vom Samstag wurde an den Stehtischen der Rheinischen Post über Reusrather Themen diskutiert.

Sie wohnen seit 1975 in Reusrath — und das sehr gerne. Hildegard (77) und Kurt (80) Zimmermann sind gestern die Ersten, die sich bei der Mobilen RP-Redaktion vor dem Rewe-Supermarkt einfinden. Was sie an Reusrath schätzen? Es hat seinen dörflichen Charakter gewahrt und dennoch ist man sehr schnell in den nahen Großstädten. Die Ortsteilmitte könnte nach Meinung der Eheleute indes besser ausgeprägt werden. "Da wurde der Reusrather Platz so schön gestaltet, aber öffentlich genutzt wird er so gut wie nie", bedauert Hildegard Zimmermann. "Es wäre schön, wenn die umliegenden Landwirte dort einen schönen Bauernmarkt hinbekommen würden."

Bedauerlich sei zudem, dass der von jungen Leuten als Treffpunkt genutzte Pavillon beschmiert sei und die Cliquen ihren Abfall einfach zurückließen. Darüber ärgert sich auch Ingrid Scherer. Die 77-Jährige betont, dass viele der jungen Leute gar nicht in Reusrath wohnen und dennoch den für die Jugend aus dem Ortsteil gedachten Treffpunkt in Beschlag nehmen.

Kurt Zimmermann bedauert, dass die städtischen Planer zwar das Langenfelder Zentrum gut gestaltet hätten, aber für die Entwicklung der Reusrather Ortsmitte nicht genug täten. "Klar, wir haben einen Bäcker, einen Metzger und seit kurzem ja auch den dringend benötigten großen Supermarkt. Aber damit sich Leute gerne in der Ortsmitte aufhalten, sollte dort wenigstens ein schönes Café so wie in Richrath sein. Und ganz wichtig: Es muss in der Nähe des Reusrather Platzes unbedingt eine öffentliche Toilette errichtet werden. Gerade aus Sicht der älteren Menschen ist es ein Unding, dass dies bei der aufwändigen Umgestaltung des Platzes nicht gemacht wurde."

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Selbstverständlich werden bei Kaffee und Gebäck am RP-Stehtisch auch die aktuellen Reusrather Reizthemen heiß diskutiert: die mehr oder weniger weit gediehenen Pläne für einen Hubschrauber-Landeplatz an der Dückeburg, eine Windkraft-Anlage auf den Feldern nahe der Rennstraße sowie das Baugebiet an den Locher Wiesen. Gegen alle drei Vorhaben macht sich Günther Striewe (70) stark. Vor allem die Vorstellung, dass im Landschaftsschutzgebiet an der Dückeburg ohne Nutzen für die Allgemeinheit, doch zum Nachteil von Anwohnern, Spaziergängern und frei lebenden Tieren Helikopter aufsteigen und landen sollen, hält Striewe für unerträglich. Bei der umstrittenen Planung für das Baugebiet Locher Wiesen hält es Striewe immerhin für positiv, dass dort auch gehobener und seniorengerechter Geschosswohnungsbau vorgesehen ist. "Es gibt viele ältere Menschen, die aus Reusrath nicht wegziehen möchten, denen aber ihr Einfamilienhaus mit Garten zu groß ist und zu viel Arbeit macht. Wenn sie in eine geeignete und barrierefreie Etagenwohnung in der Nähe umziehen können, dann wird zugleich ein Eigenheim für junge Familien frei." Gegen Windräder am Reusrather Ortsrand ereifert sich neben Striewe auch Dieter Scherer (68). "Die Stadt darf die festgelegte Höhenbegrenzung auf keinen Fall kippen!"

Auch Verkehrsthemen kommen am RP-Stand zur Sprache. Eva-Maria Farin (68) beklagt als Anwohnerin der verkehrsberuhigten Neustraße, dass viele Autofahrer dort Tempo 30 nicht einhielten und verbotenerweise auch Lastwagen unterwegs seien. Hans Heisig (83; "ich wohne seit 50 Jahren in Reusrath") wünscht, dass der marode und von Schlaglöchern beziehungsweise Pfützen übersäte Abschnitt des Reusrather Wegs beim evangelischen Friedhof hergerichtet wird.

Zustimmendes Kopfnicken erntet Peter Hagemann (73), der als gebürtiger Hesse seit 40 Jahren gerne in Reusrath wohnt und sowohl Mitglied der St.Sebastianus-Schützenbruderschaft als auch des Männergesangsvereins 1860 Reusrath ist. "Beide Vereinigungen tragen viel zum guten Zusammenleben bei. Neubürger werden gerne aufgenommen und schnell integriert."

(RP)