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Langenfeld: Pflegeheim: Streit beunruhigt Bewohner

Langenfeld : Pflegeheim: Streit beunruhigt Bewohner

Im CBT-Haus St. Franziskus hat die Heimaufsicht des Kreises Mängel bei der Medikamentengabe und der Dokumentation der Wundgeschwürbehandlung festgestellt. Das wird der Pflegedienstleitung angelastet.

Die Heimaufsicht des Kreises hat im April — wie schon einmal 2012 — im CBT-Haus St. Franziskus gravierende Mängel bei der Medikamentenvergabe und -aufbewahrung moniert. Bei einem weiteren Besuch im Juli hatte sie "schwerwiegende Versäumnisse" bei der Wundgeschwür-Versorgung festgestellt. "Und wir hatten damals aus dem Krankenhaus überwiesene Patienten, die bis auf die Knochen wund gelegen waren", berichtet Stefanie Krones, bei der Caritas-Betriebsführungs- und Trägergesellschaft mbH für Personalwesen zuständig. Außerdem waren die zuvor aufgezeigten Mängel nicht abgestellt worden. Diese Schwächen in der Organisationsstruktur wurden der damaligen Pflegedienstleiterin angelastet, der daraufhin gekündigt wurde. Dieser Schritt allerdings löste unter den Mitarbeitern große Unruhe aus.

Dies kam bei dem gestrigen Gütetermin vor dem Arbeitsgericht heraus, vor dem die 59-jährige Pflegedienstleiterin gegen die Kündigung geklagt hatte. Demnach hatte es seit dem Wechsel in der Heimleitung 2012 Probleme zwischen Geschäftsführung und Personal gegeben. Als dann nach den Beanstandungen durch die Heimaufsicht die damalige Pflegedienstleiterin am 11. Juli zu einem Perspektivengespräch mit dem Heimleiter und der Qualitätsbeauftragten zusammentraf, kam es zum Eklat. Vor Gericht behauptete die eine Seite, es sei lediglich darum gegangen, wie man die Mängel abstellen könne — die Pflegefachkraft sei aber uneinsichtig gewesen — , während die Klägerin berichtete, man habe ihr "einen Aufhebungsvertrag unter die Nase gehalten". Daraufhin, so ihr ehemaliger Arbeitgeber, hatte die 59-Jährige verbreitet, man wolle ihr kündigen, und "die anderen Mitarbeiter aufgewiegelt", die dann eine Versammlung einberiefen und Aktionen gegen die Heimleitung initiierten. Am 15. Juli wurde sie freigestellt und erhielt Hausverbot.

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Dies war der vorläufige Tiefpunkt eines länger schwelenden Konflikts. "Einige der Mitarbeiter fühlten sich nach dem Leitungswechsel benachteiligt und erhoben — auch beleidigende — Vorwürfe", berichtet Adolf Klein vom Heimbeirat. "Wir haben uns eingeschaltet, weil wir das daneben fanden." Die Pflegedienstleiterin habe einfach das Personal falsch eingeteilt.

Die CBT-Geschäftsführung fühlte sich zu Unrecht in ein schlechtes Licht gerückt. Es habe Gerüchte gegeben, die alte Leitung sei gegen ihren Willen rausgedrängt worden. "Und wir sind aufgrund anonymer Anzeigen innerhalb kurzer Zeit vier Mal von der Heimaufsicht überprüft worden", sagt Krones. Die Heimaufsicht habe vor allem die lückenhafte Dokumentation bei der Wundgeschwür-Versorgung kritisiert. "So kann man unmöglich nachweisen, dass man gut gepflegt hat." Mängel in der eigentlichen Pflege habe es nicht gegeben. "Die Beanstandungen betrafen nicht nur die Dokumentation", heißt es dagegen in der Pressestelle des Kreises. Die Heimaufsicht habe der CBT-Leitung bis zum 7. Oktober eine Frist gesetzt, eine Stellungnahme zu den Mängeln abzugeben.

Heimleiter Norbert Molitor: "Der Medizinische Dienst hat bei seiner Begehung vergangene Woche den sehr guten Pflegezustand der Bewohner gelobt." Seit dem 1. September hat das CBT-Haus St. Franziskus einen neuen Pflegedienstleiter. Auch die Heimaufsicht habe bei ihrem letzten Besuch die "Motivationssteigerung bei den Mitarbeitern" positiv vermerkt, sagt Krones.

(RP)