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Monheim: Schüler bewirten ihre ersten Gäste im Café

Monheim : Schüler bewirten ihre ersten Gäste im Café

Rund 50 000 Euro hat der neue Treffpunkt für junge Leute gekostet. Jetzt führen die Schüler das Café in Eigenregie.

Einen Platz in Monheim zu schaffen, an dem Jugendliche willkommen sind – das hatten sich 17 Schüler des Otto-Hahn-Gymnasiums und der Peter-Ustinov-Gesamtschule Anfang des Jahres in den Kopf gesetzt. Jetzt wurde dieser Traum erfüllt: Mitten in der Monheimer Altstadt gibt es nun ein Schülercafé, das vor allem 15- und 16-Jährige ansprechen soll. Stefanie gehört zum Team und strahlt bei der offiziellen Eröffnungsfeier übers ganze Gesicht: "Man hatte uns angesprochen, ob wir nicht Lust hätten, an der AG mitzuwirken. Und nach so kurzer Zeit stehen wir heute hier und können eröffnen."

Zunächst hatte die Monheimer Junior Management School das ehrgeizige Projekt betreut, sich allerdings bald daraus verabschiedet. Zum Glück für die Schüler war aber sofort das städtische Jugendamt zur Stelle, um zu übernehmen.

Sema (15), Tatjana (15) und Kardelen (15) mixen am Frucht-Cocktail-Stand bunte Getränke. Die Drei erinnern sich noch gut an die lange Vorbereitungsphase "Ab Februar hatten wir uns einmal die Woche für zwei bis drei Stunden getroffen. Zuletzt täglich", sagt Sema. Eine der ersten Aufgaben, denen sich die 15- und 16-Jährigen stellen mussten, war die Suche eines passenden Lokals. Stefanie: "Es standen drei Immobilien zur Auswahl. Doch eigentlich war uns von Anfang an klar, dass es die 'Gänseliesel' wird. Sie passte perfekt in unser Konzept."

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Mit Hilfe der Jungendwerkstatt ist das Lokal neben dem "Spielmann" renoviert worden, so dass die Jugendlichen mit ihrem neuen Treff Einzug halten konnten. Ordnungsamt, Gesundheitsamt und Bauaufsicht gaben ihr Okay. Die langwierige Genehmigungsprozedur war für die Schüler nicht nur anstrengend, sondern auch lehrreich. "Es war ein guter Einblick in die Rahmenbedingungen der Gastronomie. Wir haben gelernt, einen Business-Plan zu entwerfen. Das sind Kompetenzen, die wir später nutzen können."

Um sich inspirieren zu lassen, hatten einige Schüler in Düsseldorf Ideen gesammelt. Fabio (15) war mit auf Tour und betrachtet das dort entdeckte Frozen Jogurt als Besonderheit im Angebot des Cafés: "Frozen Jogurt gibt es in Monheim und Langenfeld noch ziemlich selten. Jetzt ist er bei uns zu probieren." Neben kalten und warmen Getränken, Frozen Jogurt und Kuchen soll das freie W-Lan Jugendliche locken. Mit einem Beamer sollen ferner Fernsehübertragungen großer Sportereignisse gezeigt werden.

50 000 Euro lässt sich die Stadt das Projekt kosten. Die laufenden Kosten sollen später mit dem Verdienst abgedeckt werden. Bürgermeister Daniel Zimmermann outete sich als "Mitgenosse" der Schülergenossenschaft, die das Projekt trägt. "Als ich vor 15 Jahren noch Schüler war, war ein Jugendcafé immer ein Riesenthema." Damit dort noch der ein oder andere Smoothie über die Theke geben kann, überreicht er einen Mixer.

Nach den Begrüßungsreden drängen sich die 17 Schüler vor der Tür und die rote Schleife wird durchtrennt. Ab jetzt wird jeder von ihnen mindestens einmal die Woche hinter der Theke stehen und bedienen. Das Jugendamt gibt mit zwei Honorarkräften sind da um zu unterstützen. Stefan Martinjak (24) freut sich auf die Zusammenarbeit: "Ein bis zwei Mal die Woche sind Besprechungen."

(alva)