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Monheim: Umweltfreunde reparieren Wildbienen-Hotels

Naturschutz in Monheim : Umweltfreunde reparieren Wildbienen-Hotels

Der Naturschutzbund und Landschaftsschutz-Verein bringen am Rheinufer in Monheim zerstörte hölzerne Häuschen wieder in Schuss.

Am sonnigen Samstag fliegen bereits die ersten Wildbienen heran. Umweltfreunde reparieren dieses Insektenhotel am Baumberger Rheinufer wie auch weitere  im Landschafts- und im Marienburgpark. Die engagierte Truppe des örtlichen Nabu und des Vereins Landschaftsschutz in Monheim bringt jeweils ein neues Edelstahldrahtgitter an, tauscht alten „Module“ – also die Wohnkästen für die Insekten – aus beziehungsweise reinigt und bessert alles aus.

„Diese Wohnkästen bestehen nur aus Naturholz“,  sagt Josef Lambertz, Vorsitzender des Landschaftsschutzvereins. „Darin fühlen sich die Wildbienen am meisten wohl. In diesen Modulen integrieren wir weitere Elemente wie gelöcherte Holzstücke oder auch Zapfen und Lehm.“ In diesen Hotels könnten sich verschiedene Wildbienenarten und andere Insekten für ihre wichtigen Aufgaben in der Natur schützen und vermehren.

„Die Weibchen legen ihre befruchteten Eier in die Löcher der Holzstücke und bestücken diese zusätzlich mit Pollen und Nektar“, erläutert Dieter Dahlke vom Nabu-Ortsverband. „Dabei wird immer ein unbefruchtetes Ei am Eingang des Loches platziert, woraus ein Männchen schlüpft.“ Diese würden als erstes schlüpfen und schließlich an den Löchern warten, um die nachfolgenden Weibchen wieder befruchten zu können. Während die Männchen nach einer gewissen Zeit absterben, beginne für die Weibchen der Prozess von vorne. Nicht zu verwechseln sei dies mit der Lebensweise von Honigbienen, die eine Königin haben, sagt Dahlke.

Nach Angaben des Monheimer Nabu-Stadtbeauftragten Dr. Heinfried Grote sind etwa 3000 Wildbienen auf 500 Löcher im Hotel verteilt. Ab März könne man dort schon die „gehörnten Mauerbienen“ sehen. Die Wildbienenhotels seien wichtige Lebensretter für die Insekten, da ihre natürlichen Wohnräume immer häufiger zerstört würden.  Ursächlich für das Insektensterben sei insbesondere der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft und auch in Privatgärten.

Aber auch das Versiegeln von Naturflächen und das Beschottern von Gärten und Vorgärten schränke hierzulande den Lebensraum von Insekten immer weiter ein, erläutert Lambertz. Dabei wolle er nicht die Landwirte und deren Feldarbeiten pauschal kritisieren. Es sei  Wildbienen indes sehr geholfen, wenn sie Blühstreifen an Äckern und Stauden sowie Blütenpflanzen in den Gärten finden würden.

Aufgrund von Vandalismus in den letzten zwei Jahren haben sich die beiden Vereine dazu entschieden, die vorigen Hasengitter durch festere Edelstahldrahtgitter auszutauschen. Besonders an Silvester vor zwei Jahren entstanden große Schäden, sagt Lambertz, der sich wie die anderen Umweltfreunde hierüber sehr geärgert hatte.  Die Erneuerung solle für einen besseren Erhalt der Wildbienenhotels sorgen. Die Insekten-Wohnräume im Landschaftspark und am Baumberger Rheinufer wurden seinerzeit vom Landschaftsschutzverein gesponsert. Die Gesamtkosten beider Hotels betrugen rund 15.000 Euro.