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Langenfeld Malteser warnen vor Ersthelfer-Engpass

Erste Hilfe : Malteser warnen vor Ersthelfer-Engpass

Corona senkt die Zahl der Lebensretter. Durch den Lockdown waren es Einrichtungen wie den Maltesern in Langenfeld verwehrt, Personen im Erste-Hilfe-Kurs für den Ernstfall auszubilden.

Oft sind es nur Minuten, die über Leben und Tod entscheiden können. In diesen Momenten ist es wichtig zu wissen, wie man helfen kann. Aus diesem Grund bilden die Malteser in Langenfeld kontinuierlich neue Lebensretter in ihren Erste-Hilfe-Kursen aus. Der Lockdown führte zu einer dreimonatigen Zwangspause bis Juni. Der Ausbildungs-Betrieb wurde nun wieder beschränkt aufgenommen.

In der Pandemie beobachtet Dienststellenleiter Christian Nitz eine Unsicherheit bei Bürgern, sich für einen Erste-Hilfe-Kurs anzumelden. „Durch Corona mögen Vorurteile aufkommen, ob der Kurs wirklich hygienisch sicher ist. Aber unser Konzept ist auf die Gesundheit unserer Gäste ausgerichtet und setzt die Hygienemaßnahmen zu hundert Prozent um“, versichert Nitz. Eigenschutz sei ein wichtiger Punkt, den die Sanitäter beim Ausbilden nicht außer Acht ließen.

Die Kurse fänden unter besonderen Hygiene-Regelungen statt. Lennard Kreusel, Sanitäter bei den Maltesern in Langenfeld, erklärt den veränderten Ablauf: „Ab sofort gelangen die Teilnehmer durch den Hintereingang in den Kursraum. Vor Betreten wird ihnen einer der acht, in Abständen aufgestellten Sitzplätze, zugewiesen“. Der Aufenthalt in den Räumen erfolge nur mit Maske.

Die praktischen Übungen an der Puppe seien nur in Gruppen von zwei Personen durchzuführen, während die restlichen Teilnehmer in einem gesonderten Raum warten. Außerdem würden die Pausen verlängert, um regelmäßig desinfizieren zu können.

Bis zu 20 Teilnehmer konnten die Malteser früher gleichzeitig pro Ausbildungs-Tag ausbilden, zählt Kreusel auf. Die Verringerung um zwölf Teilnehmer heiße ebenso, dass weniger potenzielle Ersthelfer auf den Straßen seien. Das macht auch Christian Nitz Sorgen. „Die erste Hilfe wird auch in der Coronapandemie gebraucht. Deswegen keine Hilfe zu leisten, ist der falsche Weg“, mahnt Nitz. Er könne aber nachvollziehen, wenn jemand wegen der Ansteckungsgefahr zu unsicher ist, den Betroffenen zu beatmen. Jedoch solle man zumindest regelmäßig auf den Brustkorb drücken, um die Herzfunktion manuell weiterzuführen.

Dies sei eine der Maßnahmen, die im Kurs unterrichtet würden, so Nitz. Um die acht Minuten Fahrtzeit der Rettungsanitäter zu überbrücken, brauche es die richtige Technik. Denn die Herz-Lungen-Wiederbelebung könne auf Dauer anstrengend und falsch ausgeführt werden. „Die Bereitschaft ist bei denjenigen höher, die das Verständnis erwerben, wie man eine Notsituation erkennt und entsprechend handelt“, benennt der Dienststellenleiter. Nicht zu helfen, weil „man nicht wüsste, wie es geht“, sei ein ebenso fataler Fehler, der Leben kosten könne.  „Nur erste Hilfe rettet Leben“, appelliert Nitz. Die weitere Versorgung durch die Sanitäter sei nur einer der Bausteine beim Leben retten.

Wer sich für einen Ersten-Hilfe-Kurs bei den Maltesern anmelden möchte, findet Hinweise zur Kursbelegung auf www.malteser-kurse.de.