Langenfeld: Abrissbagger schaffen Platz für 60-Millionen-Projekt

Neue Gewerbeflächen : Abrissbagger schaffen Platz für 60-Millionen-Projekt

Auf dem ehemaligen Betriebsgelände der Spar-Handels AG am Winkelsweg entsteht ein Gebäudekomplex für bis zu zehn Unternehmen.

Bei diesem Anblick strahlen die städtischen Chefplaner Ulrich Beul und Stephan Anhalt: Zwölfeinhalb Jahre nach Schließung der Spar-Regionalzentrale und diverser Zwischennutzungen sind jetzt auf dem riesigen Eckgrundstück Schneiderstraße/Winkelsweg die Abrissbagger zugange. „Wenn das Gelände geräumt ist, wird dort die Langenfelder Log Project GmbH ein unterteilbares Hallengebäude errichten und an expansionswillige Firmen vermieten“, sagt Beul. Das bestätigt Maik C. Bettentrup, Geschäftsführender Log-Project-Gesellschafter. „Wir haben für dieses Bauvorhaben mehr als 60 Millionen Euro veranschlagt.“

Die am Langenfelder Katzberg ansässige Unternehmensgruppe hat das fast 10 Hektar große Gelände von Silag-Chef Siegfried Lapawa erworben. Der hatte das einstige Spar-Areal sowie das angrenzende Grundstück der Fleischerfirma Tönnies vor sechs Jahren gekauft und die Lagerhallen teils für die mit Konsumgütern aller Art handelnde Silag AG genutzt. „Das war von Lapawa sehr weitsichtig, in diesem Gewerbegebiet nahe der Silag-Zentrale Flurstück für Flurstück zu erwerben“, lobt Bettentrup den Unternehmer.

Doch nun gehört das Areal Log Project. Laut Bettentrup soll im Frühjahr 2020 der neue Firmenkomplex fertig sein. „Wir legen beim Bau – wie bei von uns in Düsseldorf oder Rheinberg bereits realisierten Großprojekten dieser Art – Wert auf Qualität und Nachhaltigkeit. Das zeigt sich etwa an der Fassade mit doppelt aufgetragenem Metalliclack, weißgefärbtem Beton und Loggia an der Ecke Schneiderstraße/Winkelsweg.“ Die mehr als 50.000 Quadratmeter Hallen- und Büroflächen sollen nach Bettentrups Angaben in zehn Einheiten ab etwa 3500 Quadratmeter unterteilt und vermietet werden. „Die Bauqualität hat ihren Preis, aber wir sind schon im Gespräch mit interessierten Unternehmen.“ Doch vor dem Neubau steht auf dem gesamten Areal neben den Abbrüchen bis zum Sommer eine aufwändige Sanierung des schadstoffbelasteten Erdreichs an. Allein für diese beiden vorbereitenden Arbeiten hat Log Project nach Bettentrups Angaben insgesamt drei Millionen Euro veranschlagt. „Aufgrund der vielfältigen Nutzungshistorie auf diesem zusammengefügten Areal gleicht die Untersuchung des Bodens durch Probebohrungen einer Wundertüte. Es gab dort eine Tankanlage der Spar-Gruppe und offensichtlich haben immer wieder Leute einfach über den Zaun Schadstoffe entsorgt.“

Für den Abfluss von Regenwasser auf dem Gelände lassen die Eigentümer insgesamt drei Versickerungsmulden anlegen. Zudem nutzt die Stadtverwaltung die Gunst der frei werdenden Fläche. „Wir wollen auf einem Teil dieses großen Geländes ein neues Regenrückhalte- und Versickerungsbecken errichten“, kündigt Tiefbau- und Umweltamtsleiter Franz Frank an. „Dadurch können wir bei stärkeren Regenfällen den direkt dort entlang fließenden Assenbach entlasten.“ Dies trage dazu bei, die Gefahr von Überschwemmungen wie nach dem Starkregen im vergangenen Sommer zu verringern.

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