1. NRW
  2. Städte
  3. Langenfeld

Architekten stellten Entwürfe für die Kulturraffinerie Monheim vor.

Monheim : Das plant Monheim für die neue Festhalle

Der Saal wird das Herzstück nach dem Umbau der früheren Fass-Abfüllhalle auf dem ehemaligen Shell-Gelände in eine Veranstaltungshalle sein.

Für 19 Uhr war der Informationsabend über die neue Kulturraffinerie K 714 an der Rheinpromenade angesetzt. Bereits eine halbe Stunde vorher war der Ratssaal mit Besuchern sehr gut gefüllt, die sich um die ersten Entwürfe an den Wänden und ein großes Modell drängten. „Mich interessieren die Kosten“, sagte Dieter Schmitz. „Wie viel Geld investiert die Stadt in die neue Halle?“  Auch Heiko Brokop wollte sich ein „konkretes Bild machen“. Neben Bürgern waren zahlreiche Vertreter der Monheimer Vereine und Gastwirte gekommen. René Morneau von der Marienburggarde beispielsweise fand es spannend, „wie ein altes Gebäude in eine neue Struktur eingebunden werden kann“.

Thorsten Kock, Geschäftsführer des Stuttgarter Architekturbüros Bez + Kock stellte den aktuellen Planungsstand vor. Sein Team hatte mit dem Entwurf den Architekturwettbewerb gewonnen und soll jetzt die denkmalgeschützte Fassabfüllhalle auf dem ehemaligen Shell-Gelände in einen modernen Veranstaltungskomplex für bis zu 4000 Konzertbesucher verwandeln. 38,5 Millionen Euro will die Stadt für das Großprojekt ausgeben.

„Das Herz der gesamten Anlage ist der Saal“, stellte Kock sein Projekt – das noch nicht zu Ende entworfen sei – vor. Der Saal wird 2000 Quadratmeter groß und ist flexibel nutzbar. Neben Pop-Konzerten sind Theater- und Musical-Abende, Messen und Karnevalsveranstaltungen vorgesehen. Dafür wird „ein Baukörper in den Innenraum hineingesetzt“. Man beginne jetzt, gemeinsam mit Martin Witkowski, dem Geschäftsführer der Monheimer Kulturwerke, die Nutzung abzustimmen, sagte Kock. Die Stuttgarter Architekten möchten die „Kontur des denkmalgeschützten Gebäudes erhalten“, es aber behutsam einer neuen Aufgabe zuführen.

In diesem Bereich hat sein Büro einige Erfahrung zu bieten. Neben Bildungseinrichtungen und Botschaftsgebäuden im Ausland hat es  sich  auch Kulturbauten im Bestand gewidmet, wie dem Bochumer Musikzentrum Victoria-Quartier, das 2016 um eine Kirche errichtet wurde. „Das Thema finde ich persönlich sehr interessant“, gestand Kock den Zuhörern.

Er stellt sich für das historische Gebäude in Monheim eine „helle, schimmernde Fassade“ vor, die zum Ziegelbestand darunter einen Kontrast bildet. Der Eingang für das Kulturhaus, das gut erreichbar etwas außerhalb des Stadtzentrums liege, soll an der Wasserachse im Rheinpark sein. „Die führt die Besucher vom Fluss und vom Parkhaus zu einem Vorplatz und von dort ins Foyer. Der Eingang soll von zwei Seiten betreten werden können. Anlieferung und Künstlereingang sind an der hinteren Seite aus Richtung Rheinparkstraße. Eine Freispielfläche könne im Sommer für Aufführungen genutzt werden. So sollen Drinnen und Draußen vernetzt werden – auch für die Gastronomie. Und das nach oben offene Foyer macht eine räumliche Verbindung der Geschosse möglich.

Im hinteren Bereich des Areals entsteht zur Daimlerstraße hin ein mehrgeschossiges Parkhaus mit Ein- und Ausfahrtschleusen für die Kulturraffinerie und die umliegenden Firmen. Bis zu 2000 Autos könnten dort stehen, berichtete Bürgermeister Daniel Zimmermann. Der Verkehr werde nach den Veranstaltungen über die Daimlerstraße, Kielsgraben und Baumberger Chaussee zur Autobahn abgeleitet. Die Stecke müsse dafür noch aus- und umgebaut werden. 7,6 Millionen sind  im Haushaltsplan verankert. Vor der Halle gibt es außerdem eine Bushaltestelle. Wer hingegen nach Rheindorf oder Baumberg fahre, gelange über den Kielsgraben auch zur Rheinpromenade.

Erklärtes Ziel sei es, die Anwohner möglichst wenig zu belasten und den Verkehr beispielsweise aus der Niederstraße herauszuhalten. Dass dies gelingt,  hofft auch Anwohnerin Martina Skamagas. Sie war extra wegen der zukünftigen Verkehrsplanung ins Monheimer Rathaus gekommen.