Fußball : VfJ Ratheim will eine Duftmarke setzen

Trainer und Neue: Der A-Ligist ist offensiv extrem stark und will sich in der Defensive verbessern.

Irgendwie ist der VfJ Ratheim eine Wundertüte: Nach einer sehr durchwachsenen Saison 2016/17, die mit einem zwölften Rang in der Abschlusstabelle in der Kreisliga A endete, wissen weder die Verantwortlichen, noch die Konkurrenz die Ohofer so richtig einzuschätzen, wie auch Trainer Sebastian Birwe (32) sagt: "So wie letzte Saison, als wir erst gegen Ende der Runde die Kurve nach einem Zwischensprint noch bekommen haben, wollen wir uns ganz klar nicht mehr präsentieren. Aber da bin ich eigentlich sehr optimistisch".

Zwischen Platz fünf und acht wolle er schon landen, allerdings ginge das nur ohne so zahlreiche Ausfälle wie in den vergangenen Monaten. Während sich der Ratheimer Coach weniger Sorgen um die Treffsicherheit seiner Vorderleute macht, gilt es insbesondere im Abwehrbereich stabiler zu werden: "Wir haben uns 73 Gegentore gefangen. Da waren nur die Absteiger aus Wassenberg und Hilfarth noch schlechter", weiß Birwe.

Währenddessen drehen sich die Diskussionen in Ratheim natürlich um den Königstransfer, den eindeutig Danny Richter darstellt. Nach drei Jahren beim Mittelrheinligisten FC Wegberg-Beeck schnürt der Angreifer fortan seine Schuhe wieder für den VfJ und sollte wohl eine merkliche Verstärkung sein, wenn auch sein neuer Trainer betont: "Über die Qualitäten eines Danny Richter brauchen wir nicht zu diskutieren. Aber sowohl wir selber, als auch so manch ein Gegner sollten sich nicht allein auf Danny fokussieren". Vielmehr werden auch die anderen ebenfalls gutklassigen Stürmer der Ratheimer von mehr Freiräumen profitieren, insbesondere Yannik Schenesse und Kevin Almstedt. Wobei beim Namen Almstedt schon wieder das leidige Thema Ausfälle aufkommt, denn der Angreifer leidet am Pfeifferschen Drüsenfieber und wird voraussichtlich noch acht Wochen fehlen.

Neben Richter stoßen noch Emrah Bayrak und Ehat Polat (beide Ay-Yildizspor Hückelhoven) zu den Ratheimern. Aus dem eigenen Nachwuchs sollen Justin Fischer, Kaspar Jansen, Tim Lengersdorf, Steffen Mackenstein, Philipp Hünnemeyer und Hasan Selvi aus der Reserve den Kader verstärken.

Wie die meisten Trainer lehnt auch Sebastian Birwe die Bezeichnung Geheimfavorit für sein Team eher ab: "Das wird, so glaube ich, ein ganz enge Saison. Wir wollen schon unsere Duftmarken setzen, aber mal abwarten, wie stark Brachelen oder Kuckum sein werden". Spannend sei es auch zu sehen, wie der 1. FC Heinsberg-Lieck, die starken Abgänge verkraftet, die man dort kompensieren muss.

(mom)