Krefeld: Uerdinger Arbeitskreis Bücherei macht weiter

Krefeld : Uerdinger Arbeitskreis Bücherei macht weiter

Seit dem 26. Januar steht es endgültig fest: Die Stadtbücherei in Uerdingen bleibt bestehen. Der zehnköpfige Arbeitskreis (AK) "Erhalt Bücherei Uerdingen" ist erleichtert. Denn seit Mitte September vergangenen Jahres kämpften sie für den Erhalt der 97 Jahre alten Bibliothek.

Nachdem dies geschafft ist, will sich der Arbeitskreis aber keinesfalls zur Ruhe setzen. "Wir wollen uns auch weiterhin für die Bücherei starkmachen", sagt Lydia Domhoff, Mitglied des AK. "So dass auch in Zukunft niemand auf die Idee kommt, diese schöne alte Bücherei zu schließen." Darüber hinaus möchte der AK die Jubiläumsfeier zum 100-jährigen Bestehen in drei Jahren mitgestalten.

Maik, Alex, Tim und Max nahmen gestern auf der Couch auf der ersten Etage Platz. Jeder von ihnen hatte eine Ausgabe der Bravo in der Hand. Die vier Freunde treffen sich regelmäßig in der Bücherei, um in Jugendzeitschriften zu blättern und in Büchern zu stöbern. Besonders beliebt sind die Foto-Love-Story und die Dr.-Sommer-Seite. Der elfjährige Maik hat auch bereits ein Referat in der Bibliothek vorbereitet. "Es wäre schade gewesen, wenn die Bücherei hätte schließen müssen sagt der Uerdinger. "So hätten Kinder nicht mehr so einfach die Möglichkeit an Bücher zu lesen."

Und das war auch mit ein der der wichtigsten Gründe, die Bibliothek zu erhalten. "Ich habe einen Schreck bekommen, als ich erfahren habe, dass es zahlreiche Kinder gibt, die kein einziges Buch zu Hause haben", sagt AK-Mitglied Susanne Tyll. "Deshalb ist es um so wichtiger, besonders dem Nachwuchs eine Bücherei direkt vor der Tür anzubieten. Hier können die Kinder zu Fuß ohne Gefahren die Bibliothek in der Fußgängerzone alleine erreichen."

Darüber hinaus ist auch gerade für ältere Leute der Gang in die Stadt ein großer Aufwand. "Nur um ein Buch auszuleihen, ist der Leser dann zwei Stunden insgesamt unterwegs", sagt AK-Mitglied Nobert Sinofzik. Eine von ihnen ist Gertrud Wynands. Die Uerdingerin verbindet einen Einkaufsbummel durch die Geschäfte mit einem Stöbern in der Bücherei.

Neben der guten Erreichbarkeit ist "die Bücherei auch die letzte Außenstelle in Krefeld", sagt Bernhard Hennen, Mitglied des AK. "Allein deshalb lohnt es sich für die Bücherei auch in Zukunft zu kämpfen. Als Vergleich: In Düsseldorf gibt es allein 14 Außenstellen."

(RP)
Mehr von RP ONLINE