Krefeld: Hauptschulen: Abbrecherquote steigt an

Krefeld : Hauptschulen: Abbrecherquote steigt an

Der Anteil der Schüler, die eine Krefelder Hauptschule ohne Abschluss verlassen, ist im vergangenen Jahr dramatisch angestiegen.

Lag die Abbrecherquote im Sommer 2009 noch bei 11,3 Prozent, waren es im Sommer 2010 bereits 15,6 Prozent. 73 Jungen und Mädchen verließen die Krefelder Hauptschulen ohne Abschluss. Diese Zahlen nannte Detlev Stein, Schulaufsichtsbeamter des Landes NRW für Hauptschulen, auf Anfrage unserer Zeitung. Zum Vergleich: Im Landesdurchschnitt ging die Abbrecherquote bei Hauptschülern von 9,1 Prozent im Sommer 2009 auf 8,9 Prozent im Sommer 2010 zurück.

Die hohe Zahl der Schulabbrecher hat mit dazu beigetragen, dass Krefeld beim Prognos-Ranking auf Rang 316 von 412 kam. "Wer die Schule ohne Abschluss verlässt, hat kaum eine Chance auf eine Ausbildung", erklärt Peter Ewert, Leiter der Arbeitsagentur. "Sie hangeln sich oft von Job zu Job, das geht auf Dauer nicht gut." Auch IHK-Hauptgeschäftsführer Dieter Porschen fordert, dass die Abschlussquote steigen muss.

Detlev Stein nimmt die Stadt in Schutz: "Es wird bereits extrem viel getan. Im Schulamt wurde ein Übergangsmanager installiert, es gibt eine ganze Menge berufsbezogener Projekte an den Hauptschulen und Kooperationen mit Firmen wie Siemens oder ThyssenKrupp Nirosta." Anders als noch in den 60er Jahren, als rund 70 Prozent der Kinder nach der Grundschule auf die Hauptschule kamen, liege die Übergangsquote mittlerweile oft unter zehn Prozent. "Die Hauptschule ist eine Restschule. Das demotiviert die Schüler; sie haben niemanden mehr, an dem sie sich ein Beispiel nehmen können."

Ein Hauptproblem sieht Stein in den mangelnden Sprachfähigkeiten, zumal derzeit die Zahl der Asylanten ansteigt. "Da gibt es Kinder, die sind 14 Jahre alt und verstehen kein Wort deutsch. Natürlich kommen die auf die Hauptschule", sagt Steins. "Wir haben deshalb vor einem Jahr an den Hauptschulen Werhahnweg und Breslauer Straße Sprachkurse für Migrantenkinder installiert." Dort werden derzeit mehr als 50 Kinder intensiv betreut. "Dieses Jahr werden wir einen entsprechenden Kursus an der Hauptschule Hafelsstraße anbieten."

(RP)