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Kleinenbroich: Stadt will eine Klimaschutz-Siedlung

Kleinenbroich : Stadt will eine Klimaschutz-Siedlung

Stark im Energiesparen, schwach in der Produktion von Gasen, die dem Klima schaden – so sollen die Häuser sein, die Korschenbroichs Politiker gerne gegenüber dem Haus Tabita am Rand von Kleinenbroich gebaut sähen.

Stark im Energiesparen, schwach in der Produktion von Gasen, die dem Klima schaden — so sollen die Häuser sein, die Korschenbroichs Politiker gerne gegenüber dem Haus Tabita am Rand von Kleinenbroich gebaut sähen.

Dort soll die erste Klimaschutzsiedlung in der Stadt entstehen. Dass Korschenbroich ein solches Projekt gut zu Gesicht stünde, findet nicht nur Bürgermeister Heinz Josef Dick. Auch der Umweltausschuss und der Planungsausschuss des Stadtrates haben sich für das Vorhaben erwärmt.

Sie gaben der Stadtverwaltung den Auftrag, die Planungen für die Siedlung voranzutreiben. Diese soll vor allem für junge Familien attraktiv sein. Ein Entwickler, der schon Erfahrung im Bau solcher Häuser hat, soll die Siedlung auf städtischen Grundstücken entwickeln. Vorteil für Bauherren und Investoren: Sie können auf Fördergeld des Landes Nordrhein-Westfalen hoffen.

Das zwischen Dietrich-Bonhoeffer-Straße und Von-Stauffenberg-Straße zu verwirklichende Projekt entspricht den Bemühungen des Landes um mehr Klimaschutz. Das Wirtschafts- und Energieministerium hat 2009 ein Programm "100 Klimaschutzsiedlungen in Nordrhein-Westfalen" aufgelegt.

Damit die daraus anzapfbaren Fördermittel fließen können, möchte Korschenbroich mit seinem Projekt in dieses Programm aufgenommen werden. Eine Voraussetzung dafür ist, dass keine herkömmlichen Häuser entstehen, sondern solche, die den ehrgeizigen Klimazielen entsprechen. Auch die städtebauliche Konzeption der Siedlung muss stimmen: Ausrichtung der Häuser, Gestaltung der Straßen und Verkehrsanbindung beispielsweise.

Allzu weitgehend sollten die Vorschriften jedoch nicht sein, findet zumindest die Wählergemeinschaft "Die Aktive". Sie warnte in einer gemeinsamen Sitzung der beiden Ausschüsse vor "drakonischen Auflagen", die zu einem eintönigen Erscheinungsbild führen.

Die Sorge der Aktiven hält die Stadt für unberechtigt. Bislang hat sie Vorgespräche mit der Energieagentur NRW geführt. Diese allerdings lassen hoffen, dass Korschenbroich in das 100-Siedlungen-Programm aufgenommen werden kann. Detaillierte Pläne für die Siedlung müssen erst noch erstellt werden. Und dabei, so Bürgermeister Heinz Josef Dick, hätten Stadt und Politik noch genügend Gestaltungsspielraum.

(RP)