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Korschenbroich: Zu wenig Geld für Kleinkinder

Korschenbroich : Zu wenig Geld für Kleinkinder

Für Kinder unter drei Jahren wird es in Korschenbroich und Jüchen 2013 nicht die vom Gesetz geforderte Zahl von Kita-Plätzen geben. Es fehlen 750 000 Euro vom Land. Daher können nur drei statt weiterer acht Kitas umgebaut werden.

Hermann-Josef Zohren könnte sehr entspannt sein, wenn er auf die Zahlen im Kreisjugendamt blickt. 28,1 Prozent ist eine sehr stattliche Quote. So groß ist der Anteil der Kinder unter drei Jahren, denen im laufenden Kindergartenjahr ein U3-Betreuungsplatz angeboten wird.

Doch viel wird sich daran bis 2013 nicht ändern. Das Gesetz fordert aber etwas anderes. Die Kommunen müssen bis zum Stichtag 1. August 2013 insgesamt 35 Prozent aller Unterdreijährigen einen Betreuungsplatz anbieten können. Fehlen gut sieben Prozent in Korschenbroich, Jüchen und Rommerskirchen (für das das Kreisjugendamt auch zuständig ist).

Nachricht noch in diesem Monat

Um die fehlenden Plätze aufzuholen, müssten acht Einrichtungen in Korschenbroich und Jüchen umgebaut werden. Für das Jahr 2012 kommen vom Land Nordrhein-Westfalen aber nur insgesamt 585 000 Euro dafür — und das ist viel zu wenig.

"Damit können wir nur drei Maßnahmen durchführen", sagt Hermann-Josef Zohren, im Kreisjugendamt für Kindergärten zuständig. Welche das sein werden, werde den Bürgermeistern Heinz Josef Dick (Korschenbroich) und Harald Zillikens (Jüchen) noch im November mitgeteilt.

Fünf Ausbauprojekte bleiben auf der Strecke. "Wir bräuchten im kommenden Jahr rund 750 000 Euro mehr, um alle Einrichtungen rechtzeitig ausbauen zu können", rechnet Zohren vor. Dem Vernehmen nach sollen drei Einrichtungen in der Stadt Korschenbroich und zwei in der Gemeinde Jüchen erst später umgebaut werden, um Kleinkinder betreuen zu können. Rommerskirchen ist bereits vollständig versorgt.

Welche Kitas auf der Strecke bleiben, ist noch unklar. In Korschenbroich müssen noch die Kitas Am Hallenbad, Auf den Kempen, Hochstraße, Schulstraße und St. Katharina ausgebaut werden. Das bedeutet: In Korschenbroich und Jüchen werden 2013 nicht die U3-Plätze in der gesetzlich geforderten Zahl verfügbar sein. Einige Eltern werden leer ausgehen, obwohl sie einen Rechtsanspruch haben. "Wir müssten 2012 die Bewilligungen aussprechen, damit die Plätze 2013 zur Verfügung stehen", sagt Zohren.

Zum Stichtag am 1. November waren im Kreisjugendamt insgesamt 343 Unterdreijährige mit einem Kita-Platz versorgt. Hinzu kommen 82 Kleinkinder in der öffentlich geförderten Tagespflege.

Somit waren 425 Kinder der insgesamt 1512 Unterdreijährigen in Korschenbroich, Jüchen und Rommerskirchen versorgt. Allein in Korschenbroich hatten 215 Kinder einen U3-Platz. Eine am Montag veröffentlichte Zahl des Statistischen Landesamtes hatte von nur 298 Plätzen gesprochen. Diese Zahl hatte aber laut Zohren einen falschen Stichtag.

(RP)