Korschenbroich: Märchenhafter und fantasievoller Zug der Sportfreunde Neersbroich

Karneval in Korschenbroich : Märchenhafter Zoch

Beim Tulpensonntagszug der Sportfreunde Neersbroich waren zwar weniger Teilnehmer als im vergangenen Jahr dabei. Doch diejenigen, die mitzogen, trugen zum Teil spektakuläre Kostüme aus der Märchenwelt.

„Neersbroich – einfach märchenhaft“, lautete das Motto des Karnevalszuges der Sportfreunde Neersbroich. Alles andere als märchenhaft waren das Wetter und die geringe Zahl an Gruppen, die mitmachten: Nach 28 im vergangenen Jahr lagen jetzt nur 16 Anmeldungen vor, acht davon von Mannschaften der Sportfreunde. Die Stimmung war trotzdem gut.

Dass Udo Koch vom Vorstand der Sportfreunde Neersbroich guter Dinge trotz des kürzeren Zuges und des Nieselregens war, hat mit seinem Amt zu tun: Er ist Schatzmeister und ihm war ein riesiger Stein vom Herzen gefallen, weil die Party am Samstagabend bei Bolten mit 1200 Besuchern ein großer Erfolg war – und das ist auch gut so: „Diese Party finanziert den Zug mit und unseren Kunstrasenplatz“, erklärte der 58-Jährige. Er hat sich vorgenommen, bei den Gruppen, die sonst immer dabei waren, nachzufragen, warum der Zug diesmal ohne sie stattfinden musste.

Die „Jecken Dolls“ waren als barocke Bilder verkleidet, die verschiedene Märchen darstellten. Foto: Bauch, Jana (jaba)

Erstmals seit vielen Jahren startete der Zug nicht in Korschenbroich, die Narren zogen am Sonntag vom Vereinsheim der Sportfreunde Neersbroich aus in die City. Einer der Gründe war die Belebung des Zentrums, von der auch die Gastronomie profitieren sollte. Während sich der Zug in Neersbroich auf den Weg machte, war das kleine Zelt der Gaststätte „Mühleneck“ schon proppevoll. In der Gaststätte „Zum Anker“ war die Zahl der Mitarbeiter im Vergleich zum Vorjahr auf zwölf aufgestockt und damit verdoppelt worden, Geschäftsführer Stephan Pfaff hatte in der Empore seinen Platz als DJ im Clownskostüm eingenommen. Viele Narren warteten schon am Straßenrand auf den Zug. Sie sollten einiges zu sehen bekommen.

Dass es nicht immer mit Alkoholkonsum zu tun haben muss, wenn man schon am helllichten Tag „blau ist“, bewiesen die Schlümpfe – dahinter verbargen sich Kicker aus der ersten Mannschaft. Die alte Lokomotive rauchte ganz schön, Veteranen des Neersbroicher Vereins wie Uwe Röpke, der früher die Karnevalszüge geleitet hatte, traten als Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer auf. Für die Bambini-Mannschaft bot sich die Rolle der „sieben Zwerge“ geradezu an. Mitglieder der ersten Mannschaft hatten sich als böse Wölfe aus „Rotkäppchen“ verkleidet und huldigten ihrem Trainer Dominik Lingen, indem sie Fotos von ihm mitführten. Der war im Organisationsstress, während die Mitglieder der Damenmannschaft im Vereinsheim ihre Verkleidung als Bambis optimierten.

Für diese Kostüme schüttelte Frau Holle die Federbetten, nur schneite es zum Glück nicht. Foto: Horst Thoren

Zwei Musikgruppen, „Stixmix“ und eine Gruppe der Musikschule „Today“ begleiteten den Zug. Besonders ins Auge stießen wieder die „Jecken Dolls“, die zum 22. Mal dabei waren. Sie beeindruckten mit ihrer barocken Opulenz, als Bilder verkleidet, stand jede der Frauen für ein anderes Märchen. Die Gruppe „Wir, die jecken Käfer“ nannte sich diesmal „Wir aus dem Märchenbuch“ – sie hatten das diesjährige Motto ebenfalls auf sehr fantasievolle Weise umgesetzt. „Als wir unsere Gruppe vor sieben Jahren gegründet hatten, waren unsere Kinder in der Kita Danziger Straße“, sagte Birgit Bernsee. 33 „Märchenbücher“ marschierten jetzt mit. Eltern von jungen Kickern stachen als fröhliche Froschkönige hervor Es war eine gelungene närrische Veranstaltung.

Mehr von RP ONLINE