Korschenbroich: Immer mehr wilder Müll und Hundekot

Stadtpflege in Korschenbroich : Immer mehr wilde Müllkippen

Seit einigen Wochen häufen sich bei der Stadtverwaltung Beschwerden über wilden Müll und Hundekot. In diesem Jahr sind so schon über 5.500 Euro für die Beseitigung entstanden. Mitarbeiter der Stadtpflege rückten zu 44 Einsätzen aus.

An herumliegende Zigarettenstummel, Tempotaschentücher auf Gehwegen, ausgespucktes Kaugummi und andere unschöne Dinge hat man sich beinahe gewöhnt. Schön ist das nicht. Aber es geht noch schlimmer. Kaputte Gummireifen im Gebüsch, Bauschutt am Waldrand und alte Möbel an der Straßenecke: Wilde Müllkippen sind in Korschenbroich ein stetig wachsendes Problem. Ein weiteres Ärgernis: Tierkot bleibt auf Gehwegen, in öffentlichen Grünanlagen und auf Straßen liegen. Seit einigen Wochen nimmt die Stadtverwaltung vermehrt Beschwerden entgegen.

„Tierkot auf Gehwegen, Straßen und öffentlichen Grünflächen ist schlichtweg ein Ärgernis und auch eine erhebliche Gefahr etwa für Kleinkinder oder Schwangere. Der Kontakt mit den Hinterlassenschaften hat Auswirkungen auf die Gesundheit, er kann infektionsfähige Entwicklungsstadien von Parasiten enthalten“, teilt die Stadt mit. Hundekot ist Abfall im Sinne der Abfallgesetzgebung. Deshalb ist er, genauso wie jeder andere Müll, überall und zu jeder Zeit unverzüglich zu entfernen. Die Hundesteuer entbindet nicht von dieser Pflicht. Das Ordnungsamt begegne Verstößen mit einem Verwarngeld von bis zu 50 Euro, im Einzelfall auch deutlich mehr. Auch die Hinterlassenschaften anderer Tiere sind in diese Ordnung eingebunden, so zum Beispiel „Pferdeäpfel“. Am Jüchener Bach bei Kleinenbroich und in Steinhausen hat die Stadt Hundekotbeutelspender aufgestellt. Die ersten Erfahrungen zeigen laut Stadt jedoch, dass die Beutel zwar genutzt werden, allerdings oft zweckentfremdet. Oder der Beutel wird samt Inhalt einfach weggeworfen.

„Nicht ordnungsgemäß entsorgter Abfall, der vorsätzlich illegal auf öffentlich zugänglichen Flächen abgeladen wird, ist ebenfalls ein wachsendes Problem im gesamten Stadtgebiet“, teilt die Stadt mit. Und das hat gleich mehrere Auswirkungen. So mussten die Mitarbeiter der Stadtpflege in diesem Jahr bereits 44 mal ausrücken, um wilde Müllkippen im Stadtgebiet zu beseitigen. „Das Ablagern von Müll im Wald oder an Standorten von Altglas- oder Altkleidercontainern ist nicht nur eine Straftat, es geht auch auf Kosten der Allgemeinheit. In diesem Jahr sind bereits Mehrkosten von rund 5.500 Euro für Personal- und Maschineneinsatz entstanden. Hinzu kommen noch die Kosten für die ordnungsgemäße Entsorgung“, erklärt die Stadt. Damit wilde Müllkippen schnellstmöglich durch Mitarbeiter der Stadtpflege entsorgt werden können, ist die Stadt auf die Mithilfe der Bürger angewiesen. In Mönchengladbach hat die dortige Stadttochter Mags, die für solche Fälle zuständig ist, sogenannte Mülldetektive angestellt, die Umweltsündern auf die Schliche kommen sollen. Auch in Korschenbroich suchen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes und der Stadtpflege im Abfall nach Hinweisen auf den oder die Täter. Manchmal finden sich Adressen auf Formularen oder Kartons, die einmal ein Paket waren. Ärgerlich sind die wilden Kippen für alle Korschenbroicher. Alle Gebührenzahler werden nämlich an der Entsorgung indirekt beteiligt. Nur wenn der Verursacher ermittelt werden kann, trägt dieser auch die Kosten.

Wem wilde Müllkippen auffällt oder wer etwas beobachtet, sollte dies dem Ordnungsamt oder der Polizei melden. Bürger können Müll in Korschenbroich eigentlich ganz leicht entsorgen lassen. Es gibt kostenlose Sonderabfuhrtermine für Grünabfälle, die mehrmals im Jahr angeboten werden. Sperrmüll und Elektroschrott können telefonisch unter der Rufnummer 0800 1747474 bei der Firma Schönmackers angemeldet werden.

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