1. NRW
  2. Städte
  3. Kleve

Kranenburg: Die Suche nach der Richtung

Kranenburg : Die Suche nach der Richtung

Das Thema "Große Straße" sorgt in Kranenburg weiter für Diskussionsstoff. Derzeit sorgen sich die Geschäftsleute über einen SPD-Antrag. Dieser sieht vor, die Einfahrt in die Ortsmitte aus Richtung Wyler zu schließen.

Der "Straßenkampf" geht weiter. In Kranenburg wird über die Große Straße, die durch den Ortskern der Grenzgemeinde führt, wieder heftig diskutiert. Grund für die aktuell aufflammende nächste Runde ist ein Antrag der SPD-Fraktion zur nächsten Planungs- und Umweltausschusssitzung. Dieser beinhaltet fünf Punkte. Vier sehen die Geschäftsleute der Großen Straße als durchweg positiv an. Nur einer bereitet ihnen Sorgen.

Die SPD beantragt, die Große Straße zu einer "unechten" Einbahnstraße umzuwandeln, indem die Zufahrt für den motorisierten Verkehr im Kreisverkehr Nimweger Straße auf die Große Straße geschlossen wird. Man soll auf der Großen Straße weiterhin in beide Richtungen fahren dürfen, nur die Einfahrt aus Wyler soll dicht gemacht werden.

Zwar besitzt die SPD in Kranenburg nicht die Mehrheit, um ihre Anträge alleine durchzubringen, doch rechnen die Geschäftsleute damit, dass es auch auf Seiten der CDU Sympathien für dieses Vorhaben gibt. Die Gefahr, die die Einzelhändler sehen, ist, dass die Große Straße weiter ausblutet und auch die letzten Kunden in Richtung der neuen Einkaufsarena abwandern.

  • Kranenburg : Der nächste Abschnitt folgt
  • Kranenburg : Ärger auf offener Straße
  • Kranenburg : Kaufkraft kennt keine Grenzen

Schutz der Fußgänger

Der Antrag der SPD ist für die Geschäftsleute der Großen Straße auch eine willkommene Gelegenheit, erneut auf die aus ihrer Sicht unbefriedigende Situation in der Kranenburger Ortsmitte hinzuweisen. So sei die Verkehrsführung weiterhin schlecht, da der Schutz der Fußgänger nicht ausreichend gewährleistet sei. Als sinnvoll werden Drempel, Fahrbahnverengungen sowie weitere Maßnahmen zur Reduzierung der Geschwindigkeit angesehen.

Eine bessere Anbindung der Großen Straße an das Kranenburger Einkaufszentrum, die auch in Aussicht gestellt wurde, sei ebenfalls noch immer nicht umgesetzt. Und die wird es zumindest kurzfristig auch nicht geben. Wie Bürgermeister Günter Steins auf RP-Anfrage bestätige, seien die Eigentumsverhältnisse nicht abschließend geklärt, um hier in die Planung einsteigen zu können.

Steins vertritt zum Thema Ver kehrsführung nach wie vor die Meinung, dass es hier nur zwei Lösungen gibt: "Entweder man schließt die Große Straße komplett und erhöht so die Aufenthaltsqualität oder man lässt es so. Dazwischen gibt's nichts." Wert legt Steins darauf, dass das Vorhaben "Abfahrt B 9 auf die Tiggelstraße", vor dem Tennisschläger, weiter verfolgt wird. "Hier liegt in wenigen Wochen ein Verkehrsgutachten vor", so Steins.

Gerd Derks gehört zu den Einzelhändlern, die sich gegen eine veränderte Verkehrsführung wehren: "Für uns Unternehmen im Ortskern sehen wir es als große Beeinträchtigung des Wettbewerbs, wenn gerade unsere niederländischen Kunden um den Ort herumfahren müssen, um uns erreichen zu können."

Das neue Einkaufszentrum habe seine Berechtigung, so die Kranenburger Interessengemeinschaft der Großen Straße, doch dürfe man bei allen Mühen, die dort investiert wurden, die Einzelhändler des Ortskerns und die Geschäfte nicht vergessen.

(RP)