1. NRW
  2. Städte
  3. Kevelaer

Kevelaer: Vom Münsterland nach Kevelaer pilgern

Kevelaer : Vom Münsterland nach Kevelaer pilgern

X4, X8, X6 - drei Wanderwege, die man sich merken muss, um die Pilgerroute von Halle bei Bielefeld nach Kevelaer nachzulaufen. Einmal quer durch Westfalen, vorbei an Münster, Bocholt, herrlichen Schlössern und Reiterhöfen, geht es nach Bislich, von dort mit der Fähre über den Rhein nach Xanten und durch die Sonsbecker Schweiz in die Marienstadt.

Gerne erinnert sich der Kevelaerer Josef Sautmann an seine 14-tägige Reise im Jahr 2006 zurück. Wenn er von dieser Tour erzählt, fällt immer wieder ein Begriff: "Gastlichkeit". Die werde im Münsterland seit jeher besonders groß geschrieben. "Da wird nachgelegt, bis es Reste auf den Vorlegetellern gibt. Vielleicht liegt das daran, dass es den westfälischen Bauern schon immer ziemlich gut ging."

Als Wanderpilger im Münsterland fühlten sich Sautmann und sein Begleiter wie Exoten. Dort fährt man Fahrrad. Landschaft und Architektur machen den Reiz des Weges durch Westfalen aus. "Tolle Fachwerkbauten sind in Buchen- und Eichenwäldern eingerahmt. Anders als am Niederrhein schützen Gehölze die Felder vor Wind. Dazu passiert der Wanderer architektonische Leckerbissen der Region wie das Schloss Harkotten, die Burg Hülshoff und das Kloster Finnenberg. In der Spargelsaison kulinarisch empfehlenswert: Das Örtchen Füchtorf, nordöstlich von Münster, liegt direkt an der Pilgerroute.

Vor allem in der freien Landschaft, weit ab von Autobahnen und Großstädten, wird Sautmann bewusst, worin der tiefere Sinn des Pilgerns liegt: im Erlebnis. "Selbstverständlich lässt sich die gleiche Strecke, die wir in zwei Wochen laufen, in wenigen Stunden mit dem Auto bewältigen. Doch dann hat man nichts über die Region, die Menschen und vor allem nichts über sich selbst erfahren."

  • Kevelaer : 125 Jahre Klarissen in Kevelaer
  • Kolumne: Hier in NRW : Münsterland ist Ministerland
  • Es wird immer klarer, wer alles
    Weitere Künstler bestätigt : Electric Callboy treten bei Parookaville auf

In Städten wie Bocholt, in denen die Wallfahrt in die Marienstadt Tradition hat, sind die Wanderer aus Kevelaer gern gesehen, erinnert sich Sautmann: "Hier entsteht ein spannender Austausch mit anderen passionierten Fußpilgern."

(riem)