Kreis Viersen: Nachwuchs für das Fleischerhandwerk

Kreis Viersen: Nachwuchs für das Fleischerhandwerk

Es war die erste Lossprechungsfeier der neu formierten Innung. Die Gesellen haben beste Berufsaussichten.

Es war eine Art Premiere, und dementsprechend war der Rahmen: Zur ersten Lossprechungsfeier nach der Fusion hatte die Fleischer-Innung Niederrhein Krefeld, Viersen, Neuss in den Gesellschaftsraum der Fleischerei Schillings in Grevenbroich-Kapellen geladen. Sechs Fleischer und acht Fachverkäuferinnen und -verkäufer im Lebensmittelhandwerk (Schwerpunkt Fleischerei) feierten ihren Abschluss.

Obermeister Willi Schillings begrüßte die frischgebackenen Gesellen sowie deren Eltern, Familien und Lehrer und gratulierte zur erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung. Später sprach er die jungen Leute, darunter auch die Absolventen der Innung Mönchengladbach, traditionell von ihren Pflichten als Auszubildende los und erhob sie in den Gesellenstand.

"Geschafft ist geschafft", sagte Kreishandwerksmeister Rolf Meurer. Bisher seien Meister und Gesellen verantwortlich für die Arbeit der Auszubildenden gewesen. Das sei nun vorbei. "Ab jetzt sind Sie selbst verantwortlich für das, was Sie tun. Aber ich möchte Ihnen Mut machen, diese Herausforderung anzunehmen. Glauben Sie mir, es ist ein tolles Gefühl, selbstständig und eigenverantwortlich zu handeln, auch wenn man am Anfang noch etwas unsicher ist."

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Hans-Jürgen Petrauschke, Landrat des Rhein-Kreises Neuss, sagte zur Anfang des Jahres vollzogenen Fusion der Innungen und zur ersten gemeinsamen Lossprechung: "Die niederrheinischen Fleischer bewahren niederrheinische Traditionen, aber sie schrecken auch vor neuen Wegen nicht zurück." So freue er sich, bei der ersten gemeinsamen Lossprechung dabei zu sein.

Die Festrede hielt Siegfried Schrempf, Ehren-Vizepräsident der Handwerkskammer Düsseldorf und selbst Fleischermeister. Zu den Absolventen sagte er: "Den größten Beitrag zur heutigen Feier haben Sie selbst geleistet - durch Fleiß, Ausdauer und den Willen zum Erfolg, möglich gemacht durch den Ausbildungsbetrieb, durch Meister, Gesellen, Schule und überbetriebliche Ausbildung mit Lehrern und Ausbildern." Er nannte Beispiele von Prominenten mit einer handwerklichen Berufsausbildung: "Jürgen Klinsmann und Heino haben Bäcker gelernt, Mike Krüger ist Betonbauer und der prominenteste Fleischergeselle, den ich kenne, ist Stefan Raab. Also sind wir in guter Gesellschaft." Schrempf appellierte an die Gesellen, sich ehrenamtlich zu engagieren, und gab ihnen mit auf den Weg: "Mein Beruf hat mich glücklich gemacht. Ich war gerne Fleischer, und ich würde es heute wieder so machen."

(RP)