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Gemeinde Grefrath: Eisenbahn im Spielzeugmuseum fährt

Gemeinde Grefrath : Eisenbahn im Spielzeugmuseum fährt

Viele fleißige Hände halfen mit, um die große Märklin-Bahn im Dorenburgmuseum wieder aufzubauen.

"Wir haben uns überlegt, dass hier hinten, wo der Rangierbahnhof bereits steht, die Industrie entstehen könnte. Dort soll das Landleben hin und so ungefähr an der Stelle die Kirmes", erklärt Karl-Heinz Gössler. Dabei deutet der Fachmann, der die Eisenbahnanlage im Spielzeugmuseum des Niederrheinischen Freilichtmuseums in Grefrath betreut, auf die verschiedenen Punkte in dem nahezu leeren Bereich, wo einst die Märklin-Anlage im Eisenbahnraum des Museums ihre Runden gedreht hat.

Nur einige Schienenstränge, auf denen einzelne Loks und Züge stehen, sind verlegt. Es gibt einen Bahnhof, den Rangierbereich und ein Modell mit Kirche und Marktplatz, aber ansonsten blickt man auf einen nackten Holzboden.

Nach einem Wasserschaden musste die gesamte Anlage abgebaut werden und nun geht es darum, die kahle Fläche wieder mit Leben zu füllen. Und dafür ist die Hilfe von vielen jungen Helfern gefragt, denn das Museum hatte die Idee, gemeinsam mit dem Fachmann zu einem Tag des Bastelns, der Gestaltung und natürlich auch des Züge fahren lassen einzuladen.

Inzwischen ist Gössler kurz hinter einem eingebauten Schaukasten verschwunden, der sich zur Überraschung aller als Tür herausstellt. Mit zwei Funksteuerungen kommt er wieder zurück. Der aufmerksam zuhörenden Kinderschar und den interessierten Eltern erklärt er die Funktionsweise der Steuerungen.

Dass dank der modernen Technik bis zu 255 Loks auf einem Gleis fahren können, lässt die Zuhörer staunen. "Also, erst Nummer der Lok eingeben, und mit dem Drehknopf gibt man Gas", erklärt er, bevor der zehnjährige Jonas die erste Lok mit der Nummer 77 steuern darf und Antonia (9) den Zug Nummer 37 über die Schienen schickt. Kinderaugen leuchten, als sich die Loks oder der ganze Zug in Bewegung setzen.

Jan hat eine ganz wichtige Rolle übernommen. Der Zehnjährige ist auf Anweisung von Gössler vorsichtig in die Anlage gestiegen und stellt auf Zuruf die Weichen per Hand ein. Und auch als die Lok 77 Probleme in einer Kurve bekommt ist Jan zur Stelle. Kenzia (7) und Isaak (10) gehen ebenfalls unter die Fahrer. "Kannst du für Nick die Weichen für eine große Runde stellen, danach starten wir mit dem Basteln", sagt Gössler und übergibt dem jüngsten Fahrer die Fernbedienung.

Der Vierjährige strahlt. Voller Konzentration dreht er am Geschwindigkeitsrad und lässt den Zug losfahren. Gemeinsam geht es danach an den großen Tisch, auf dem schon etliche Kartons mit Modellhäusern, Werkzeug und Leimflaschen stehen. Kinderhände falten Bauanleitungen auseinander und sortieren nach den Zeichnungen die kleinen und großen Kunststoffelemente.

Etliche Eltern gesellen sich dazu und helfen. "Als Kind hatte ich auch eine Eisenbahn. Hier werden Kindheitsträume wieder wahr. Nun ja, einen Keller hätten wir daheim", meint Marcus Henrici mit einem vielsagenden Lächeln. Tochter Antonia würde eine eigene Eisenbahn auf keinen Fall ablehnen. Mit Begeisterung baut sie zusammen mit ihrem Vater eines der Wohnhäuser für die Anlage zusammen. "Das macht riesig Spaß", kommentiert die Neunjährige die gemeinsame Arbeit.

Es sei gerade das Generationsübergreifende, was die Faszination Eisenbahn ausmache, bemerkt Gössler. Bei der Arbeit und beim Fahrspaß kommen Generation zusammen. Gössler hilft überall, wo sich Fragen im Zusammenbau der Häuser auftun, gibt Tipps und erklärt, wobei auch die technische Seite einer Eisenbahnanlage Thema ist. Das fängt schon mit den Beleuchtungen einzelner Häuser an. "Es ist schon klasse, dass wir demnächst bei einem Besuch im Spielzeugmuseum sagen können, an der Anlage haben wir mitgebaut", meint Jonas, der gerade letzte Hand an seinem Haus anlegt und schon nach dem nächsten Bausatz Ausschau hält.

(tref)