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Kaarst: Warten auf Ausbau der Regiobahn

Kaarst : Warten auf Ausbau der Regiobahn

Frühestens 2015 werden Fahrgäste mit der Regiobahn von Kaarst über Mettmann bis Wuppertal durchfahren können. Das Ausbauprojekt stockt, weil die Frage der Finanzierung vom Land bislang noch nicht geklärt ist. Den Rhein-Kreis Neuss und die Stadt Kaarst als Mitgesellschafter ärgert das.

Kaarst/Mettmann Die geplante Verlängerung der Regiobahnstrecke von Kaarst über Mettmann bis Wuppertal-Hauptbahnhof bleibt eine Hängepartie. "Erst wenn das Gemeindefinanzierungsgesetz NRW durch das neue Landesparlament novelliert ist, steht wohl fest, ob die Ausweitung kommt oder nicht", sagte Regiobahn-Geschäftsführer Joachim Korn auf Anfrage unserer Zeitung. Mit einer Fertigstellung sei jedenfalls nicht vor 2015 zu rechnen.

Als reine Bauzeit werden zwei Jahre sowie ein Jahr Ausführungsplanung mit Vergabe der Bauleistungen einkalkuliert. Der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Harry Voigtsberger und Regierungspräsidentin Anne Lütkes befürworten die Verlängerung, und auch im Nahverkehrsplan des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) ist die Maßnahme als "kurzfristig umzusetzen" vorgesehen. Doch vom Verkehrsministerium fehlt noch eine Finanzierungszusage für die laufenden Betriebskosten der Regiobahnfahrten von und nach Wuppertal-Hauptbahnhof.

Grünes Licht für den Startschuss zum Projekt kann es aber erst geben, wenn die Kostenübernahme geklärt ist. Nach jetzigem Stand soll das Land Nordrhein-Westfalen 85 Prozent der Kosten tragen, die Regiobahn selbst 15 Prozent. Für die Schließung der knapp zwei Kilometer langen Lücke zwischen Dornap-Hahnenfurth und der DB-Strecke Essen-Wuppertal (S 9) einschließlich des Streckenausbaus Mettmann Stadtwald — Dornap-Hahnenfurth werden jetzt rund 40 Millionen Euro veranschlagt.

Dabei ist der Boden für die Streckenverlängerung längst bereitet. Ein Planfeststellungsbeschluss, also quasi die "Baugenehmigung", liegt schon seit etwa zwei Jahren vor. Umso unerfreulicher findet Landrat Hans-Jürgen Petrauschke die zeitliche Verzögerung durch eine Verknüpfung der Finanzierungsfrage mit dem Gesetz. "Warum die amtierende Landesregierung bislang noch keine Entscheidung getroffen hat, ist unverständlich", sagt Petrauschke. Der Rhein-Kreis und auch die Stadt Kaarst sind mit 11,8 beziehungsweise 11,6 Prozent Mitgesellschafter der Regiobahn. Als solche, so der Landrat, habe man Geld für das Projekt in die Hand genommen. Jetzt müsse womöglich damit gerechnet werden, dass der Planfeststellungsbeschluss seine Gültigkeit verliert. "Dann fangen wir wieder von vorne an, das wäre mehr als ärgerlich." Das sieht Bürgermeister Franz-Josef Moormann genauso. "Die Regiobahn", sagt er, "ist ein Zukunftsmodell — auch aus umweltpolitischer Sicht."

Geklärt ist auch der Aufwand, der baulich und mit Blick auf den Naturschutz betrieben werden müsste. Südlich von Wülfrath, bei Dornap, müsste eine neue Straßenbrücke (L 422) erstellt werden; der Schienenstrang der Regiobahn würde darunter herführen. Ein gewaltiger Berg Erdmasse, voraussichtlich eine Million Kubikmeter, wäre für den Trassenverlauf zu bewegen. Und schließlich gelte es, eine neue Heimat für schützenswerte Tiere zu finden, die sich auf dem Haldengelände neu angesiedelt haben, wo in Zukunft eben die Züge der S 28 rollen sollen. Für den Ausbau der Strecke müssen zudem eine Reihe von Vegetationsarbeiten erledigt werden. Das wirkt sich auf den Zeitplan aus, denn das Fällen von Bäumen beziehungsweise der Gehölzschnitt ist aus Naturschutzgründen nur ab Herbst bis Februar erlaubt.

Auf der Tagesordnung bleibt die Verlängerung der Regiobahnlinie in die andere Richtung, nach Viersen und ins niederländische Venlo. Die Landräte der Region befinden sich darüber in Verhandlungen.

(NGZ)