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Kaarst: SG Kaarst schließt ihre Kinderbetreuung

Kaarst : SG Kaarst schließt ihre Kinderbetreuung

Wirklich gewinnträchtig war das Kinderhaus der SG Kaarst nie. Das Betreuungsangebot für Vereinsmitglieder, sagt Vorsitzender Heinz Wieland, habe der Vorstand immer als eine Art Sozialbeitrag an die Kaarster Bürger gesehen. Nur, dass in fast jedem wirtschaftlich ausgerichteten Unternehmen – und ein solches ist ein großer Breitensportverein – irgendwann einmal der Tag kommt, an dem sich ein reines Verlustgeschäft nicht mehr finanzieren lässt. Ab dem 1. Juli bleibt das Kinderhaus deshalb geschlossen. Heinz Wieland sagt: "Zunächst einmal bis auf weiteres."

150 000 Euro Verlust

In den vergangenen zehn Jahren, schätzt der Vorsitzende, hat die SG Kaarst allein mit der Kinderbetreuung rund 150 000 Euro Verlust gemacht. Zuletzt schickten nur noch drei Eltern ihre Sprösslinge in den vereinseigenen "Kindergarten". Anfangs, unmittelbar nach dem Neubau des Gesundheitszentrums an der Pestalozzistraße, erinnert sich Wieland, waren es etwa zehnmal so viele. Mit den Jahren sank die Zahl stetig. "Bereits mit 15 Kindern", sagt der SG-Chef, "war das Angebot höchst defizitär." Auch, weil es für Eltern vergleichsweise günstig ausfiel. "Ursprünglich betrug der Monatsbeitrag bei uns noch zehn Euro", sagt Wieland. Heute zahlen Eltern 20 Euro. Das schleichend schwindende Interesse erklärt er sich mit einem allgemein verbesserten Betreuungsangebot. Auf den Sportverein, der sich um den Nachwuchs kümmert, während die Eltern trainieren, muss und will kaum noch jemand zurückgreifen.

"Ich finde das sehr schade", sagt Heinz Wieland. Eine Wiedereröffnung des Kinderhauses schließt er – bei entsprechendem Interesse – deshalb auch nicht aus.

(NGZ)