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Kaarst: Urheber-Streit um Kitas in Fertigbauweise

Kaarst : Urheber-Streit um Kitas in Fertigbauweise

Die Grünen schlagen vor, Kitas mit kostengünstigen Modulen zu errichten. Die CDU beansprucht die Idee für sich.

Was den Ausbau der U3-tauglichen Kindertagesstätten in Kaarst betrifft, drängt wegen des ab dem 1. August geltenden Eltern-Rechtsanspruchs die Zeit. Auf der anderen Seite herrscht Ebbe in der Stadtkasse. Um den Kita-Ausbau voranzutreiben, haben die Grünen deshalb im Anschluss an ihre Haushaltsberatungen vorgeschlagen, u.a. die zweigruppige Kita Buntakuntla am Wald in Modulbauweise errichten zu lassen. Dabei, sagen sie, könnten rund 800 000 Euro gegenüber dem Kostenansatz der Verwaltung von 1,8 Millionen gespart werden.

Bei Modulsystemen handelt es sich um bis zu 90 Prozent vorgefertigte Elemente, die nach neuesten energetischen Standards betrieben werden können und mitunter bis 100 Jahre halten. "Die Kosten pro Quadratmeter", sagt Grünen-Chef Christian Gaumitz, "liegen bei rund 1400 Euro." Man stehe mit zwei Anbietern in Kontakt. Am 19. Februar soll der Bau- und Umweltausschuss das Raumprogramm für die Kita am Wald beschließen. Dabei wurde die Größe der Räume bereits von 68 auf 60 Quadratmeter reduziert. Der Bauauftrag soll an einen Generalunternehmer vergeben werden, der diese entweder in Massiv-, Holz- oder Modulbauweise baut. Darüber, wer zuerst auf die Idee mit der Modulbauweise kam, ist ein Streit zwischen CDU und Grünen entbrannt. "Momentan haben die Grünen das Thema Baukosteneinsparung für sich entdeckt", sagt CDU-Fraktionschefin Dorothea Zillmer. "Dies leider erst seit Dezember 2012, nämlich erst, nachdem die Verwaltung den Haushaltsentwurf für 2013 eingebracht und in diesem Zusammenhang erhebliche Gewerbesteuerausfälle aufgezeigt hat." Und Lars Christoph, Vize-Fraktionsvorsitzender, ergänzt: "Seit Jahren fordert die CDU, bei öffentlichen Bauten keine zu hohen Standards festzulegen." Diese seien nämlich stark kostentreibend, stimmten häufig im Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht und überforderten die städtischen Finanzen. "Auch die Prüfung, ob beispielsweise schlüsselfertiges Bauen oder Bauen in Modulbauweise eine mögliche Alternative zu herkömmlichen Massivbauten ist, wurde von der CDU in den letzten Monaten immer wieder gefordert." Zu ihrer nächsten Fraktionssitzung haben die Christdemokraten deshalb einen Experten für Modulbauweise eingeladen. Die Grünen reagieren auf die Kritik derweil gelassen: "Wenn die CDU behauptet, dass sie seit Monaten mit der Verwaltung über die Kosten der Kita am Wald spricht, so zeigt sich nur, dass die CDU entweder keinen Einfluss auf die Verwaltung hat oder ahnungslos ist, denn der Kostenansatz liegt aktuell unverändert bei 1,8 Millionen Euro, sagt Christian Gaumitz. Auch, welche eingebrachten Anträge die CDU meine, sei den Grünen schleierhaft. Als die Grünen den Abriss der ehemaligen Albert-Schweitzer-Schule und einen kostengünstigen Neubau gefordert hätten, sei die CDU nicht einmal bereit gewesen, über den Antrag zu diskutieren. Aktuell liege der Kostenansatz für die Kita dort bei 3,5 Millionen Euro. Gleichzeitig drücke die CDU ein Vereinsheim für einen Fußballverein für rund 650 000 Euro durch.

(NGZ/ac)