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Kaarst: Kaarster informieren sich über Herzkrankheiten

Kaarst : Kaarster informieren sich über Herzkrankheiten

Die Deutsche Herzstiftung setzt ihre Aufklärungsarbeit mit Herzwochen fort. 450 Besucher kamen ins AEG.

450 Besucher waren am Dienstagabend der Einladung von Deutscher Herzstiftung und NGZ ins Albert-Einstein-Forum gefolgt. Und sie wurden nicht enttäuscht. Die fünf Experten verstanden es bestens, in einer für medizinische Laien verständlichen Sprache zum aktuellen Thema "Koronare Herzerkrankung erkennen und behandeln" umfassend zu informieren. Die wichtigste Botschaft des Abends: "Jeder Zehnte erkrankt im Laufe seines Lebens an einer koronaren Herzerkrankung (KHK)."

Professor Michael Haude, Leiter der sechs Herzseminare im Rhein-Kreis Neuss, sprach vom "Killer Nr. eins". Das Tückische an dieser Volkskrankheit: "Die Symptome werden erst spürbar, wenn die Arterie bereits verengt ist." Dr. Thomas Bartsch erklärte das so: "In den Arterien bilden sich Ablagerungen, die den Blutfluss hemmen." Auch er betonte: "Spürbar wird dies für den Betroffenen erst, wenn bereits zwei Drittel der Arterie verstopft sind."

Engegefühl in der Brust, ein Schmerz, der auch in andere Körperpartien ausstrahlen kann, und Luftnot bei bereits geringen Belastungen seien dann ernstzunehmende Anzeichen. Der Kaarster Kardiologe Dr. Ralf Maring mahnte daher eindringlich, auf den richtigen Lebensstil zu achten. "Ein gesunder Lebensstil schützt nicht vor der koronaren Herzerkrankung, er kann die Diagnose aber bis zu 90 Prozent verbessern." Seine Botschaft: regelmäßige Ausdauerbewegung, Mittelmeerkost, ein kluger Umgang mit Stress, kein Nikotin. Marings mahnender Hinweis: "Jede Zigarette verkürzt Ihr Leben um 25 Minuten."

Weiter merkte Maring an: "Ein 40 Jahre alter Raucher sieht oftmals schon aus wie ein Sechzigjähriger." Während Maring die Medikamente vorstellte, sprach Dr. Carlos Correira de Freitas gezielt die interventionellen Therapien an. Im Vordergrund standen die Stents, mit denen Engstellen in den Herzkranzgefäßen erweitert werden. Viele Patienten wünschten sich, "den besten Stent zu bekommen". "Den gibt es aber nicht, jeder hat seine Vor- und Nachteile", erklärte der Oberarzt vom Lukaskrankenhaus.

De Freitas lobte zudem die Versorgung von Infarkt-Patienten im Rhein-Kreis: Alle Rettungswagen hätten die entsprechende Technik an Bord, um Untersuchungsergebnisse per Funk über einen zentralen Server sofort an die kreisweit beteiligten Krankenhäuser zu übermitteln. Patienten mit Verdacht auf einen großen Herzinfarkt werden ins "Lukas" gebracht, wo zwei Herzkatheter-Messplätze rund um die Uhr besetzt sind. Dr. Hamid Bigdeli, Herzchirurg am Herzzentrum Essen-Huttrop, nahm den Anwesenden die Angst vor einer Bypass-Operation: "Sie ist die Alternative zum Stent und mittlerweile für uns eine Routineangelegenheit."

(NGZ/rl)