Kaarst: Gesamtschule in Büttgen startet mit 113 Schülern

Kaarst: Gesamtschule in Büttgen startet mit 113 Schülern

132 Grundschüler haben sich an der neuen Schule angemeldet. 100 hätten für eine Gründung ausgereicht. 113 werden schließlich angenommen.

Der 1. August 2013 — der Tag, an dem offiziell das neue Schuljahr beginnt — wird ein historischer sein: der Tag nämlich, an dem sich in Kaarst die erste Gesamtschule gründet. Seit Dienstag ist die erste Runde des Anmeldeverfahrens an den weiterführenden Schulen abgeschlossen. Erstmals konnten Grundschuleltern ihre Kinder für eine Schulform anmelden, die es in Kaarst bislang noch überhaupt gar nicht gibt. 100 Anmeldungen waren nötig, um eine vierzügige Gesamtschule gründen zu können. Seit gestern steht fest: Das "Quorum" wurde erreicht.

Insgesamt 132 Mädchen und Jungen wollen ab dem kommenden Schuljahr die Städtische Gesamtschule am jetzigen Haupt- und Realschulstandort in Büttgen — unter dem Dach der auslaufenden Elisabeth-Selbert-Realschule — besuchen. 109 der 132 angemeldeten Schüler kommen aus Kaarst, 19 aus Korschenbroich und vier aus Neuss. "113", sagt Schuldezernent Heinz Dieter Vogt, "werden aufgenommen." Das ergibt drei Klassen mit durchschnittlich 28, und eine Klasse mit 29 Schülern. Für mögliche Nachmeldungen integrativer Schüler, sagt Vogt, gebe es aber noch ein wenig Spielraum. "Alles in allem", so Vogt, "ist das für Kaarst eine wirklich gute Entwicklung. Und ich bin überzeugt: Es ist die richtige zum richtigen Zeitpunkt."

Im Juli 2011 hatte der Stadtrat die Verwaltung beauftragt, bei der Bezirksregierung einen Antrag auf Einrichtung einer vierzügigen Gesamtschule zu stellen. Eine zukunftsweisende Entscheidung war nötig, weil die Hauptschule in Büttgen seit Jahren wegen geringer Anmeldezahlen um den Fortbestand kämpft. Eltern von 1162 Kaarster Erst- bis Drittklässlern wurden deshalb im Frühjahr 2012 von der Verwaltung gefragt, an welcher Schule sie ihr Kind nach der vierten Klasse lieber anmelden würden: an einer Sekundarschule oder an einer Gesamtschule. Das Votum fiel deutlich für die Gesamtschule aus.

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Die schriftlichen Zu- beziehungsweise Absagen für die Gesamtschule sollen den Schülern jetzt bis zum 13. Februar zugehen. All jenen, die kleinen Platz bekommen haben, bleibt damit in der darauffolgenden Woche noch Zeit zur "Bewerbung" an anderen Schulen, auch in Nachbarkommunen. Am Georg-Büchner-Gymnasium werden voraussichtlich drei Züge gebildet, am Albert-Einstein-Gymnasium vier und an der Realschule Halestraße zwei. Alle Zu- und Absagen der weiterführenden Schulen sollen erst nach Abschluss des zweiten Anmeldeverfahrens ergehen. "Möglicherweise", sagt Vogt, "kann es aber auch noch eine dritte Runde geben."

Im nächsten Schritt wird der Rat für die Gesamtschule den gebundenen Ganztag beschließen. Dann entscheidet die Bezirksregierung über die Schulleitung und das Lehrerkollegium. Für das Anmeldeteam um Realschulleiter Daniel Wienold, Hauptschulleiter Hermann Köster und Gesamtschullehrer Hermann-Josef Sülzenfuß geht die Arbeit derweil weiter. Drei Schulen, zwei auslaufene und eine "hochfahrende", arbeiten künftig unter einem Dach. "Das", sagt Köster, "erfordert eine ganz enge Zusammenarbeit. Darauf freuen wir uns. Und wir sind froh, dass es jetzt Planungssicherheit gibt." Erster Schultag an der Städtischen Gesamtschule Kaarst-Büttgen ist der 4. September.

(NGZ/ac)