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Kaarst: Nach Landstraßen-Mord: Polizei sucht die Tatwaffe

Kaarst : Nach Landstraßen-Mord: Polizei sucht die Tatwaffe

Der Fall des Mittwochabend bei Büttgen erschlagenen Dormageners bleibt rätselhaft. Die Polizei intensiviert die Suche nach der Tatwaffe.

Nach dem Mord an einem Mann aus Dormagen-Delhoven tappen Polizei und Staatsanwaltschaft weiter im Dunkeln. Die Leiche des 35 Jahre alten Daniel D. war am Mittwochabend gegen 22.20 Uhr am Rande der Kreisstraße 37, nahe der Kreuzung mit L 381, zwischen Büttgen und Holzbüttgen gefunden worden. Offenbar wurde der Mann erschlagen.

Foto: Klaus D. Schumilas

Gestern Nachmittag suchte die Polizei auf den an den Tatort angrenzenden Feldern bei Büttgen mit einer Hundertschaft nach einer Tatwaffe. Mehrere Gegenstände wurden zur kriminaltechnischen Untersuchung mitgenommen. Nach ersten Einschätzungen war die Waffe nicht dabei. Anders als zunächst angenommen, soll Daniel D. nicht als Unternehmensberater, sondern als Mitarbeiter einer Versicherung tätig gewesen sein. Das teilte Staatsanwalt Matthias Ridder mit.

Foto: Berns, Lothar (lber)

Die Menschen im Delhovener Neubaugebiet rund um die Hans-Scholl-Straße zeigten sich schockiert. Gleichzeitig wussten sie von einer mysteriösen Beobachtung etwa eine Stunde nach der Tatzeit zu berichten. "Plötzlich ging der Alarm in dem Haus des Opfers los", so eine Anwohnerin im Gespräch mit der NGZ, "dann kam die Polizei, auch Hunde waren im Einsatz." Aus Ermittlerkreisen wird der Einsatz bestätigt. Allerdings habe es sich wohl um einen Fehlalarm gehandelt – möglicherweise soll die Alarmanlage im Haus des Delhoveners nicht richtig funktioniert haben. "Natürlich deutete zunächst einiges darauf hin, dass der mutmaßliche Mörder nach der Tat in Kaarst zur Adresse des Mannes gefahren ist, um hier irgendetwas zu suchen", so ein Ermittler, "dafür gibt es aber keinerlei Anhaltspunkte." Ob die Spur möglicherweise ins Rotlichtmilieu führen könnte, ist derzeit noch völlig unklar. Fakt ist: In der Nähe des Tatortes in Kaarst befinden sich mehrere Bordelle. "Wir können nichts ausschließen, haben aber derzeit auch keine konkreten Hinweise, dass es Verwicklungen ins Rotlichtmilieu gibt", sagt Staatsanwalt Matthias Ridder. Bei der Polizei sind schon einige Hinweise zum Geschehen eingegangen. Konkrete Angaben dazu wollten die Ermittler nicht machen.

An der Haustür des Einfamilienhauses des Opfers im Neubaugebiet Gansdahl hat die Kriminalpolizei die Versiegelung inzwischen aufgehoben. Die Rollläden sind geschlossen. Vor der Tür wurden weitere Kerzen angezündet, Nachbarn haben Blumen niedergelegt, um ihre Anteilnahme auszudrücken. Da es dort noch keine gewachsene Nachbarschaft gibt, sind Kontakt eher lose. "Ich wohne noch nicht lange hier, den Herrn habe ich kaum einmal gesehen", sagt eine Nachbarin.

(NGZ)