Kaarst: Vereinsheim: Rat genehmigt Zusatzkosten

Kaarst : Vereinsheim: Rat genehmigt Zusatzkosten

Wegen eines Kalkulations- und Kommunikationsfehlers in der Berechnung der Baukosten für das Sportlerheim der Sportfreunde Vorst kostet der Neubau jetzt 185 000 Euro mehr als gedacht. Die Politik reagierte verärgert.

Die Sportfreunde Vorst mussten am späten Donnerstagabend noch einmal zittern. Zwar hatte der Stadtrat zuvor den Haushalt für das Jahr 2014 inklusive der Kosten für den Neubau des Vereinsheims am Georg-Büchner-Gymnasium verabschiedet, dann stand das Projekt aber plötzlich doch wieder auf der Kippe. Grund ist ein folgenschwerer Kalkulations- und Kommunikationsfehler in der Berechnung der Baukosten.

Zur Erklärung: In der vergangenen Woche hatte die Verwaltung der Politik kurzfristig und ohne Vorwarnung mitgeteilt, dass sich die Kosten für die Erschließung, die Baukonstruktion, sonstige Kleinaufträge, die technischen Anlagen und die Nebenkosten um rund 30 Prozent auf insgesamt rund 776 000 Euro erhöhen. Das bis dato im Haushalt eingeplante Geld reichte also nicht aus. Um das bereits offiziell ausgeschriebene Neubauprojekt, an dem sich der Verein finanziell beteiligt, nicht aus rechtlichen Gründen kurz vor der Vergabe stoppen und mit der Planung von vorne beginnen zu müssen, hat er Rat der Verwaltung am Donnerstag mit knapper Mehrheit das Okay für eine überplanmäßige Auszahlung in Höhe von 185 000 Euro gegeben.

Die Summe deckt die bis Mitte November versehentlich nicht berücksichtigten Kosten für die Errichtung der technischen und sanitären Anlagen im neuen Sportlerheim ab. Erst bei der Submission, also der Sichtung der auf die Ausschreibung eingegangenen Angebote, beziehungsweise deren Prüfung durch den zuständigen Architekten Jakob Post fiel die Diskrepanz auf. Der Entscheidung des Rates waren eine hitzige Diskussion samt Sitzungsunterbrechung wie eine ausführliche Erklärung des Bürgermeisters zum Zustandekommen der Fehlberechnung vorausgegangen.

Dieser, hieß es, habe – vereinfacht gesagt – eine seinerzeit von der Verwaltung eingeholte, orientierende, rechtlich nicht bindende und im Nachhinein auch nicht realistische Preisinformation eines hiesigen Unternehmens in Bezug auf die Kosten für die technischen Anlagen zugrunde gelegen. Auf diese Zahlen habe man sich verlassen. Ausgeschrieben worden sei das Projekt schließlich ohne Wasser, Strom und Technik. Der Politik war das offenbar nicht bewusst, einen Anlass, konkret nachzufragen, gab es nicht. "Diesen Schuh müssen wir uns trotzdem alle gemeinsam anziehen", sagte Anja Rüdiger (UWG). Und Franz-Josef Moormann erklärte: "Wir haben die Latte selber nicht sauber gelegt." Der Auftrag für die Arbeiten wurde anschließend in nichtöffentlicher Sitzung vergeben.

(NGZ)
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