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Kaarst: Ikea-Gebiet: Hamsterfreie Zone

Kaarst : Ikea-Gebiet: Hamsterfreie Zone

In der heutigen Sitzung des Umweltausschusses wird das von der Stadt Kaarst in Auftrag gegebene Gutachten zum Vorkommen des Feldhamsters im Bereich "Karlsforster Straße" und "Hüngert II" erstmals öffentlich vorgestellt.

Zwei grundlegende Erkenntnisse in Zusammenhang mit dem geplanten Ikea-Umzug dürften am Ende dieses Mittwochs stehen. Erstens: Der Feldhamster wird die Schweden voraussichtlich weder aufhalten noch stoppen – weil "Europas buntestes Pelztier" nachweislich nicht im Möbelhaus-Plangebiet lebt. Zweitens: Wer auf die von Ratsherr Josef Karis (Zentrum) ausgesetzten 1000 Euro "Hamster-Kopfgeld" spekuliert hat, kann aufhören, die Holzbüttgener Felder nach Vorratsbauten zu durchsuchen – das hat Diplom-Biologe Oliver Tillmanns bereits erfolglos getan.

Sichtung im Kaarster Westen

In der heutigen Sitzung des Umweltausschusses (18 Uhr, Bürgerhaus, Clubraum 3) wird die von der Stadt Kaarst in Auftrag gegebene Untersuchung zum Vorkommen des "Cricetus cricetus" (Feldhamster) im Bereich "Karlsforster Straße" und "Hüngert II" erstmals öffentlich vorgestellt. Die NGZ hatte darüber schon im Dezember berichtet und aus dem Text zitiert. Ergebnis: Tillmanns hat "keine Hinweise auf ein aktuelles Auftreten der Art" im Plangebiet gefunden. Die wichtigsten Fakten zum Gutachten sind im Folgenden zusammengefasst.

Anlass Kaarst als Lebensraum ist für den Feldhamster offenbar durchaus eine Option. Zwischen 1961 und 1970 wurde das an sich standorttreue Tier auf damals wohl noch unbebautem Gebiet im Kaarster Westen nachgewiesen. Zwischen 1971 und 1980 und auch danach tauchte der knopfäugige Winterschläfer dann auf zwei Flächen nördlich von Büttgen – in Höhe des Alten Wasserwerks – auf. Selbst in unmittelbarer Nähe zum "Hüngert II"-Areal gab es seinerzeit Sichtungen. Die Angaben, sagt Tillmanns, waren allerdings ungenau. Dass der Feldhamster in jüngster Vergangenheit dort gebaut hat, wo Ikea demnächst bauen will, konnte deshalb nicht von vornherein ausgeschlossen werden, weil das etwa 56 Hektar große "Hüngert II"-Gebiet nur rund einen Kilometer entfernt vom letzten bekannten Hamster-Fundort liegt.

Erfassung Alle möglichen Feldhamsterlebensräume, also Ackerflächen, Feldränder und Brachen, wurden 2010 im Frühjahr und nach der Ernte im Sommer "in einem Streifenabstand von drei bis fünf Metern" begangen und auf Fraßspuren und Bauten abgesucht. Außerdem wurden die Landwirte befragt, die die Felder im Planbereich bewirtschaften.

Ergebnis Weder bei den Begehungen im Frühjahr noch bei der Suche im Sommer haben die Fachleute Hinweise auf die Existenz des Feldhamsters gefunden. Von 13 befragten Landwirten sagten 12 übereinstimmend aus, dass es im gesamten Untersuchungsraum schon seit 20 bis 40 Jahren keine Hinweise auf ein Vorkommen gibt. Ein solches schließt Tillmanns darum aus.

(NGZ)