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Kaarst: Wirbel um Kita-Umzug

Kaarst : Wirbel um Kita-Umzug

Der geplanten Neubau der Kindertagesstätte Kölner Straße auf dem Gelände der Grundschule Lichtenvoorder Straße sorgt für Ärger: Einige Eltern sind dagegen, während sich die Schulleitung für eine Kooperation ausspricht.

Während sich Politik und Verwaltung noch die Köpfe über die Zukunft der Grundschule Stakerseite zerbrechen, kündigt sich in Büttgen bereits ein neues Schulproblem an. Im Rat kam es neulich unübersehbar in Gestalt mehrerer Eltern daher.

Diesmal geht es um den geplanten Neubau der Kindertagesstätte Kölner Straße auf dem Gelände der Grundschule Lichtenvoorder Straße. Weil die bisherigen Räume der Kita nicht nur zu klein, sondern auch sanierungsbedürftig sind und außerdem der evangelischen Kirche gehören, haben Jugendhilfeausschuss und Rat im Dezember in öffentlicher Sitzung beschlossen, dass ein Architekt mit der Vorplanung für einen Kita-Neubau auf dem 16 000 Quadratmeter großen Schulgrundstück an der Lichtenvoorder Straße beauftragt wird. Gegen diese Entscheidung wehren sich nun einige Eltern und Anwohner.

Carolin Kiefer hat sich als Vertreterin der Schulpflegschaft der GGS Büttgen mit einem Sechs-Punkte-Fragenkatalog zum Umzug an Bürgermeister Franz-Josef Moormann gewandt. Zu den Plänen, sagt sie, seien die Eltern nicht befragt worden. Von der Verwaltung möchten sie jetzt unter anderem wissen, wie die Sicherheit der Schüler durch die erhöhte Verkehrsbelastung gewährleistet werden kann und welche möglichen Standort-Alternativen infrage kommen. "Wir haben den Eindruck, es wurde überhaupt nicht nachgedacht", sagt Kiefer. "Kindergartenkinder spielen häufig im Freien. Wie kann sichergestellt werden, dass dadurch der Unterricht im Schulgebäude nicht gestört wird?" Das Gelände sei zwar groß, doch stehe das Schulgebäude genau in der Mitte. "Für einen Kita-Neubau, der ausreichend Abstand gewährt, ist dort nirgendwo Platz."

Ruth Schneider, Leiterin der GGS Büttgen, sieht das anders. Erstens, sagt sie, sei zum genauen Standort auf dem Schulgelände noch gar nichts entscheiden. "Da gibt es mehrere Möglichkeiten." Zweitens sei die Kooperation zwischen Kita, Ogata und Schule unter einem Dach eine sehr gute Sache. "Die Ogata-Räume können zum Beispiel gemeinsam genutzt werden, Erzieher und Lehrer würden sich direkt austauschen und eng zusammenarbeiten." Schlecht informiert oder gar übergangen fühle sie sich von der Verwaltung nicht. Allein von der Fragen-Initiative der Eltern sei sie überrascht.

Dass nicht alle Eltern gegen einen Neubau auf dem Schulgelände sind, bestätigt auch Elternpflegschaftsmitglied Ute Steinhausen. Von der Unterschriftenaktion, sagt sie, habe sie gar nichts gewusst. "Und dass Kindergartenkinder ihre spätere Schule früh kennenlernen, ist doch pädagogisch gesehen eine sehr gute Sache."

(NGZ)