1. NRW
  2. Städte
  3. Kaarst

Kaarst: Französisch für Grundschüler

Kaarst : Französisch für Grundschüler

Der Partnerschaftsverein "Kaarst – La Madeleine" möchte in Kaarsts offenen Ganztagsgrundschulen eine "Begegnungsstunde" in Französisch einführen. Kinder sollen die fremde Sprache dabei spielerisch erlernen.

Seit mehr als 20 Jahren unterhält die Stadt Kaarst eine Städtepartnerschaft zur französischen Stadt La Madeleine. Für das kommende Schuljahr 2011/2012 plant der Partnerschaftsverein "Kaarst – La Madeleine" nachmittags in den offenen Ganztagsgrundschulen eine "Begegnungsstunde" in Französisch einzuführen. "Um das Interesse an der Partnerstadt und anderen Ländern überhaupt bei Jugendlichen zu wecken, muss man früh beginnen – am besten dann, wenn sie noch völlig unvoreingenommen sind", erklärt der Geschäftsführer des Vereins, Peter Handrock, die Idee hinter dem Konzept.

Zwei Wochenstunden

Mit Suzanne Reuter hat der Verein eine kompetente Persönlichkeit, um das Projekt in die Tat umzusetzen. Die Mutter von drei Kindern ist eigentlich Lehrerin für die Sekundarstufen eins und zwei in den Fächern Deutsch und Französisch, hat aber bereits ähnliche Projekte in Grundschulen aufgebaut und geleitet. "Als meine Kinder in der Grundschule waren, habe ich nachmittags nach der sechsten Stunde mit der Unterstützung der damaligen Schulleiter angefangen, Kindern in der 1. Klasse spielerisch Französisch näherzubringen", erzählt die 52-Jährige, die selbst aus dem Elsas kommt und daher mit der französischen Sprache aufgewachsen ist.

Ähnlich, wie sie es lange Zeit zuerst in Neuss-Norf an der St. Andreas-Grundschule und später in Baden-Württemberg unterrichtet hat, plant Reuter das Konzept des Partnerstadtvereins für eine Arbeitsgemeinschaft "Frankreich" nun auch an Kaarster Ogatas umzusetzen. "Den Kindern soll in zwei Wochenstunden nicht systematisch eine Sprache beigebracht werden, sondern sie sollen sich spielerisch sowohl mit der Sprache als auch mit dem Land, seinen Leuten und Traditionen auseinandersetzen", erklärt Suzanne Reuter.

"Es wird dabei kein Frontalunterricht gemacht, sondern durch Spiele und Lieder mit der Zeit ein kleiner aber feiner Sprachschatz aufgebaut", erklärt die Lehrerin. Mit dieser Basis lassen sich dem schulischen Lehrplan angepasste Themenblöcke wie beispielsweise "Sommer", "Farben" oder auch "St. Martin" einführen. Regelmäßiger (Brief-)Kontakt und ein Besuch der Partnerstadt La Madeleine ist eingeplant. Ob das Projekt wirklich umgesetzt wird, ist unterdessen noch nicht entschieden. Der Kulturmanager der Stadt Kaarst, Klaus Stevens, warnt aber vor voreiligem Optimismus: "Obwohl das ein ganz tolles Konzept ist, bleibt die Reaktion der Schulen auf das Angebot abzuwarten. Wir können nicht damit rechnen, dass wir bei den Schulleitern offene Türen einrennen, da die vorgegebenen Lehrpläne keinen großen Spielraum lassen."

(NGZ)