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Kaarst: Hilfe aus Kaarst für Schule in Kenia

Kaarst : Hilfe aus Kaarst für Schule in Kenia

Seine erste Reise nach Kenia wird Rainer Kittel sicherlich nicht so schnell vergessen. Seit Jahren schon spendet der Kaarster Werbeberater für den Verein "watoto" – ein Schulprojekt in Kenia, das sein Freund Stephan Schilling, ebenfalls Werbeberater, mit ins Leben gerufen hat.

Seine erste Reise nach Kenia wird Rainer Kittel sicherlich nicht so schnell vergessen. Seit Jahren schon spendet der Kaarster Werbeberater für den Verein "watoto" — ein Schulprojekt in Kenia, das sein Freund Stephan Schilling, ebenfalls Werbeberater, mit ins Leben gerufen hat.

"Jetzt wollte ich mir im Urlaub mal ansehen, wie es vor Ort aussieht. Und ich muss sagen: Es ist großartig, was dort geleistet wird." Alles begann 1993 in einem Hotel an der kenianischen Südküste. Stephan Schilling saß dort im Urlaub mit einigen Freunden an der Hotelbar, als der Kellner erzählte, dass im Dorf eine Schule fehle. "Klar, das machen wir schon", war die Antwort der Urlauber.

Nur ein Jahr später begannen Arbeiter mit dem Bau einer Grundschule, die 1996 fertig wurde. Ein deutscher Unternehmer hatte 50 000 Euro Starthilfe gegeben — bis heute finanziert sich das Projekt durch Sponsoren.

Aus einer Schule sind vier, aus 30 Schulkindern mittlerweile 1600 geworden. Immer wieder ist Stephan Schilling nach Kenia gereist. Viele der 400 Patenschaften für die Schulkinder haben Touristen übernommen, die während ihres Urlaubs in der Region auf das Projekt stießen. Die Schule gehört mittlerweile zu den besten des Landes.

"Mich haben die Lehrer beeindruckt", berichtet Rainer Kittel. "Sie sind unglaublich engagiert." Am ersten Tag der Schulferien beschlossen die Lehrer, dass sie gern eine Hilfslieferung in den von einer Hungersnot gebeutelten Norden des Landes starten wollten. Stephan Schilling startete mit Freunden einen Spendenaufruf im Internet — nur wenige Tage später waren 20 000 Euro eingegangen.

Davon kauften die Lehrer Maismehl, Öl und Bohnen, und fuhren die Ladung mit einem Lkw in den Norden. "Wir können sehr effizient arbeiten, obwohl wir so eine kleine Organisation sind. Und wir stülpen den Leuten vor Ort nicht unsere europäische Sichtweise der Dinge über", sagt Schilling. Ende dieses Monats soll noch ein dritter Lebensmitteltransport starten, dann ist Schluss. "Unser Hauptanliegen ist Bildung — und das soll auch so bleiben."

(NGZ)