Kaarst: Kirche feiert engagierte Frauen

Kaarst : Kirche feiert engagierte Frauen

Mit einem Empfang hat die Katholische Frauengemeinschaft Büttgen ihr 100-jähriges Bestehen gefeiert. Gemeinsam blickten die Gäste zurück – auf das vergangene Jahrhundert und die sich wandelnde Rolle der Frau.

Wer die Katholische Frauengemeinschaft für einen biederen, weltfremden Verband hält, ist falsch informiert. Das wurde im Rahmen der Feierstunde in Büttgen gestern Vormittag immer wieder deutlich. Zu den Festrednerinnen und -rednern gehörte Beate Kruse vom kfd-Bundesvorstand. Was ihr aufgefallen war: "Die Wertschätzung, die der Katholischen Frauengemeinschaft hier entgegengebracht wird." Ihr Credo: "Frauen geben der Kirche Zukunft."

Der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Richard Derichs versetzte die Besucher in die Zeit vor 100 Jahren, als das Kirchenoberhaupt Papst Pius X. hieß: "Damals herrschte eine große Aufbruchstimmung." Die Katholische Frauengemeinschaft habe das ganze Frausein im Blick: "Das geht weit über die Rolle der Mutter hinaus." Derichs charakterisierte die Arbeit der kfd so: "Sie setzen sich für die Belange der Frauen ein, ohne sich in die Emanzenecke drücken zu lassen."

"Wir müssen uns einmischen"

Lydia Wallraff-Klünter vom Diözesanvorstand in Köln stellte fest: "Vieles hat sich während der 100 Jahre gewandelt." Vor 100 Jahren habe es für Frauen weder ein Wahl- noch ein Mitwirkungsrecht gegeben. Aus der Gebets- und Solidargemeinschaft sei ein moderner Verein geworden. Davon profitiert auch Sigrid Hessenbrügge.

Die 69-Jährige ist gerade in die kfd eingetreten: Sie war willkommen, obwohl sie evangelisch ist. Wallraff-Klünter ermunterte die Frauen, weiter aktiv zu sein: "Wir müssen uns einmischen in die Gestaltung unserer Welt." Und sie erinnerte daran, dass die Katholische Frauengemeinschaft von der Politik gehört werde: "Ohne die kfd hätte es keine Anrechnungszeiten für die Erziehung von Kindern bei der Rente gegeben."

Pfarrverweser Axel Werner prognostizierte Folgendes: "Die kleinen Gruppen innerhalb der Gemeinde werden künftig noch viel wichtiger werden." Bürgermeister Franz-Josef Moormann brachte "Geburtstagsgrüße der Stadt" mit. "Ich glaube, es ist wichtig, dass die Menschen aus den Werten der Politik heraus Politik mitgestalten", erklärte Moormann.

Zum Festprogramm gehörten auch musikalische Beiträge. Auf die Bühne kamen unter anderem der Männergesangverein Cäcilia Vorst und "Die Vielsaitigen". Riesenapplaus heimste das Oswald-Ensemble ein, das auf Büttger Platt sehr persönlich auf das Jubiläum einging.

Dass die Katholische Frauengemeinschaft Büttgen unter der Leitung von Margit Pütz die Menschen unterhalten kann, wird jedes Jahr bei den Karnevalssitzungen deutlich. Gestern sorgte Monique Brodka für ein außergewöhnliches Programm: Das Pfarrzentrum wurde zu einem Wiener Caféhaus, dort gab es unter anderem eine Modenschau der vergangenen 100 Jahre.

Mehr von RP ONLINE