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Kaarst: Büttgens neuer Schornsteinfeger

Kaarst : Büttgens neuer Schornsteinfeger

Ab dem 1. Oktober übernimmt Achim Poos den Schornsteinfegerbezirk von Herbert Klein, der in den Ruhestand gegangen ist. Fortan steigt er den Bürgern von Büttgen und Holzbüttgen aufs Dach.

An dem Mann ganz in Schwarz, mit dem Kehrbesen auf der Schulter und dem Zylinder auf dem Kopf, kann niemand vorbeigehen, ohne wenigsten einmal hinzuschauen. "Bist du der schwarze Peter", fragen Kinder neugierig. Andere möchten ihn anfassen — in der Hoffnung auf neues Glück. Achim Poos heißt dieser Handwerker, der den Bürgern von Büttgen und Holzbüttgen ab dem 1. Oktober aufs Dach steigt. Er übernimmt den Schornsteinfegerbezirk von Herbert Klein, der in den Ruhestand gegangen ist.

Der neue Bezirksschornsteinfeger blickt auf 25 Jahre Berufserfahrung zurück. Mit 16 Jahren entschloss sich Achim Poos für die dreijährige Ausbildung zum Schornsteinfeger. "Ich gehe gerne mit Menschen um, und es hat mich schon immer fasziniert, über die Dächer zu turnen", sagt der 41-Jährige. Der Beruf des Dachdeckers kam als Alternative allerdings nie infrage. Mit 24 Jahren legte der Viersener erfolgreich die Meisterprüfung ab und fegte fast 20 Jahre die Schornsteine in Dormagen-Nievenheim. Vergangenes Jahr machte sich Poos selbstständig und betreute einen Bezirk in Duisburg. Nun wechselt er nach Büttgen.

Achim Poos gewann eine europaweite Ausschreibung der Bezirksregierung und wird zukünftig zusammen mit seinem Mitarbeiter Phillip Donth für rund 2800 Gebäude zuständig sein. Im Vergleich zu seinem alten Bezirk erwarten ihn jetzt viele Einfamilienhäuser. "Ich bitte deshalb auch um Verständnis bei den Kunden, dass uns die Ortskenntnis noch fehlt", sagt der Schornsteinfegermeister.

Seine Arbeit beschränkt sich längst nicht mehr nur auf das Säubern der Schlote. Die Hauptarbeit sind Messungen und Überprüfungen. Öl- und Gasschornsteine müssen einmal im Jahr gereinigt werden, Kaminöfen bis zur dreimal. Bis Ende 2012 ist der Bezirksschornsteinfeger für die Kontrolle der Feuerstätten verantwortlich. Durch eine neue Kehr- und Überprüfungsordnung sowie ein neues Bundes-Immissionsschutzgesetz geht zum 1. Januar 2013 diese Verantwortung in die Hände der Hauseigentümer über. "Jeder Kunde bekommt von mir einen Feuerstättenbescheid, in dem die notwendigen Arbeiten aufgeführt werden. Der Eigentümer kann dann selbst entscheiden, ob er mich oder einen anderen Schornsteinfeger beauftragt", erklärt Poos.

Damit ist der freie Wettbewerb unter den Schornsteinfegerbetrieben eröffnet. Die gebührenpflichtigen Feuerstättenbescheide darf aber nur der Bezirksschornsteinfeger, also Achim Poss, ausstellen. Um im freien Markt dieses Handwerks zu bestehen, hat sich Achim Poos weitergebildet. Als zertifizierter Energieberater sucht er im Haus nach Schwachstellen, wo Energie verloren geht, und empfiehlt sinnvolle bauliche Maßnahmen. Die Qualifikation erlaubt ihm auch, den Energieausweis auszustellen.

(NGZ)