Aus der Welt zurück zum Stadtfest

Heimat : Aus der Welt zurück zum Stadtfest

Carsten Konsen und Sina Schubert kamen mit ihrem VW-Bus, in dem sie seit knapp einem Jahr leben, zur Bahnhofstraße. Laura Pier und Lea Schütz verkauften am Buhay-Stand auf dem Altstadtfest.

Sie sind als Weltenbummler und Lebenskünstler unterwegs, doch zum Altstadtfest kehrten sie in die Heimat zurück: Carsten Konsen und Sina Schubert kamen mit ihrem VW-Bus, in dem sie seit knapp einem Jahr leben, zur Bahnhofstraße und besserten mit Trödelverkäufen und ihren handgearbeiteteten Gläsern und Obstnetzen die Haushaltskasse auf. Durch das selbstgeschriebene E-Book und die Reiseberichte in der BM ist das Paar bereits vielen Schloss-Städtern bekannt. Daher mussten Carsten Konsen und Sina Schubert auch unzählige Fragen der Altstadtfestbesucher beantworten.

„Die meisten wollen wissen, wie es uns geht, wann es wieder los geht und welches unsere nächsten Ziele sind“, berichtete Sina Schubert. Die vielen Gespräch waren ungewohnt anstrengend für das Paar, das auf seiner Weltreise die überwiegende Zeit in Zweisamkeit verbringt. „Es ist aber auch schön, die Familie und Freude wiederzusehen“, sagte Schubert. Das Altstadtfest war aber nicht der einzige Grund, warum das Paar in der Heimat einen Zwischenstopp einlegte. Zwei Hochzeiten und eine Taufe im Familien- und Freundeskreis standen an. Demnächst möchte das Paar den VW-Bus mit einer Standheizung nachrüsten. Das nächste Ziel ist Südosteuropa und langfristig Asien – „dann aber ohne Bus“, sagte Konsen. Als Langzeiturlauber möchte er nicht betitelt werden. „Wir arbeiten nur da, wo andere Urlaub machen“, erklärte er. Seine Oma, Inge Windt, verfolgt die Reiseroute des Paars mit gemischten Gefühlen. „Ich finde es toll, aber man macht sich auch schon Sorgen“, sagte sie.

▶ Wiedersehen in der Heimat beim Altstadtfest in Hückeswagen (v.l.): Christiane Schubert, Sina Schubert, Carsten Konsen mit Michel (1) und Eileen Schubert. Joana Karlguth und Moritz Kuschinski schickten Fotos von glücklichen Kindern aus Manila. Laura Pier und Lea Schütz verkauften am Buhay-Stand gegen eine freiwillige Spende. Foto: karlguth

Einen Bezug zur „weiten Welt“ haben auch die Unterstützer des Hilfsprojekts „Buhay“, die sich um Familien und Kinder in den Armenvierteln von Manila kümmern. Laura Pier und Lea Schütz verkauften am Buhay-Stand auf dem Altstadtfest neben selbstgebackenem Bananen- und Kokosbrot auch handgearbeitete Souvenirs von den Philippinen gegen eine freiwillige Spende. „Der Erlös aus dem Verkauf wie auch die eingehenden Spenden kommen zu 100 Prozent an“, versicherten die beiden. Durch ihre Öffentlichkeitsarbeit in Deutschland möchten die jungen Frauen dem Projekt ein Gesicht gegeben, anstatt anonym zu agieren. „Wir stehen hier jedem Rede und Antwort“, sagte Laura Pier. Alle Beteiligten würden mit großem Herzblut für das Projekt einstehen. Nun folgt auch Laura Pier ihrem Herzen und fliegt Mitte September nach Manila, um dort ihre Mitstreiter Joana Karlguth und Moritz Kuschinski zu unterstützen „Ich habe dafür meinen Job als Grafikdesignerin gekündigt und meine Wohnung aufgegeben“, berichtete die 26-Jährige.

Derzeit möchte das Team das „Alternative Learning System“ (ALS) auf den Payatas wieder neu einführen und so den Jugendlichen eine Möglichkeit bieten, einen Schulabschluss zu erlangen, der ihnen neue Perspektiven bieten kann. „Wir haben erfahren, wie man mit wenig viel helfen kann“, sagte Pier.

(heka)
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