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„Jokebox“ rocken letztmals die Schloss-Stadt

Letzter Auftritt : „Jokebox“ rockt letztmals die Stadt

Es war ein stilvoller Abschied der bergischen Cover-Rock-Institution mit bestmöglicher Laune auf dem proppenvollen Schlossplatz. Und das trotz technischer Probleme zu Beginn.

Wenn es nicht zu einem Rücktritt vom Rücktritt kommt, dann hat es sich bei dem viel umjubelten Konzert der bergischen Cover-Rock-Institution „Jokebox“ rund um Bandgründer und Kopf Ralf Becker am Samstagabend um einen Abschied für immer von der Schloss-Stadt gehandelt. Denn die Band, die in Hückeswagen zweifelsohne zu den beliebtesten gehört, wird Ende des Jahres endgültig die Segel streichen. Zumindest in der bekannten Formation soll es keine Auftritte mehr geben. „Es kann aber natürlich schon sein, dass der eine oder andere Jokeboxer in anderer Form weiter Musik machen wird“, sagt Becker – und weckt damit zumindest eine kleine Hoffnung, dass es das nun doch nicht gewesen ist. Andererseits – der Auftritt zum Altstadtfest wäre ein Abschied nach Maß für die achtköpfige Band gewesen, die in Hückeswagen stolze 26 Mal gespielt hat.

Und das, obwohl es vor dem Auftritt auf dem Schlossplatz noch technische Probleme gibt, die den Beginn etwas nach hinten verschieben. Dem Publikum, das sich in derart hoher Zahl vor dem Schloss drängt, wie es wohl nur selten vorgekommen ist, war das egal: Hückeswagen ist in bester Feierlaune, wogegen herbstliche Temperaturen und technische Probleme absolut nichts ausrichten können. Und als es gegen 21 Uhr endlich mit dem noch als Soundcheck eher verhalten präsentierten „Ain’t No Sunshine“ von Bill Withers die ersten der letzten Jokebox-Töne in Hückeswagen zu hören gibt, ist der Jubel groß. „All Summer Long“ von Kid Rock markiert den offiziellen Auftakt eines durchaus legendären Auftritts von „Jokebox“. Die Band ist immer ein Erlebnis. „Zum letzten Mal sind wir heute in eurer schönen Stadt – es war immer ganz besonders hier“, sagt Becker. Und man nimmt es ihm ab. Was man auch daran merkt, dass die Vollblut-Musiker nach dem holprigen Einstieg das Publikum sofort in der Hand haben und ihr bekanntes Hit-Feuerwerk abfeuern: „Hollywood Hills“ von Sunrise Avenue, „Diggin‘ In The Dirt“ von Stefanie Heinzmann, „Westerland“ von Die Ärzte, „Smoke On The Water von Deep Purple, „Radar Love“ von Golden Earring... – die Liste lässt sich für drei Stunden fortführen.

Besonderer Höhepunkt ist immer der „Time Warp“ aus der Rocky Horror Show. Der wird mit reichlich Federboa und synchronisiertem „Jump to the left“ auf der Bühne und im Publikum wie im Londoner West End zelebriert. Eine reife Leistung, vor allem für das Publikum. Schließlich ist es auch ohne Herumhüpfen schon kaum möglich, sich mehr als einmal um die eigene Achse zu bewegen. Zum Schluss ist die Wehmut groß. Samstagabend ist eine Ära zu Ende gegangen.

(wow)