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Hilden: Zahl der Unfallfluchten in Hilden steigt

Hilden : Zahl der Unfallfluchten in Hilden steigt

Donnerstag wurde ein Zehnjähriger angefahren. Der Verursacher fuhr fort, ohne seine Personaldaten zu hinterlassen.

Die Polizei sucht einen Unfallflüchtigen. Der Unbekannte hat am Donnerstag gegen 7.25 Uhr mit seinem schwarzen VW Polo einen zehnjährigen Schüler angefahren, der auf dem Radweg entlang der Lindenstraße unterwegs war. Der Polo-Fahrer wollte nach links in die Kantstraße abbiegen, übersah das Fahrrad und stieß mit ihm zusammen. Beim Sturz verletzte sich der Junge. Der Autofahrer stieg aus und unterhielt sich kurz mit einem Freund des gestürzten Schülers. Dann setzte er die Fahrt fort, ohne sich um das Kind zu kümmern.

Ein erneuter Fall von Unfallflucht in Hilden. Auffallend oft ist von solchen und ähnlichen Fällen zu lesen. Das liegt zum einen an der regen Fahndungstätigkeit der Polizei, die bei Unfallflucht gerne die Öffentlichkeit um Hilfe bittet. Der Erfolg gibt ihr Recht: Die Aufklärungsquote liegt kreisweit mit 79,6 Prozent im November dieses Jahres deutlich über dem Durchschnitt in NRW mit 66 Prozent. Das berichtet Hauptkommissarin Uta Bindewaldt. Sie ist eine von sechs Sachbearbeitern, die sich bei der Kreispolizei dem Thema Unfallflucht widmen. Ihr zufolge steigt die Zahl der Unfallfluchten: Im November dieses Jahres waren es kreisweit 1403, allein in Hilden wurden 186 gezählt. Im Vorjahresmonat waren es 162. Die Tendenz ist weiter leicht steigend.

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Woran liegt das? "Es gibt viele Baustellen, und die Autos werden breiter", überlegt Bindewaldt. Unfallfluchten mit Verletzen sind dabei eher selten. Von den kreisweit 1403 Fällen machen sie mit 103 noch nicht einmal zehn Prozent aus. Die meisten Schäden werden im ruhenden Verkehr verursacht. Das weiß auch Sascha Prause. Der Mitinhaber des gleichnamigen Hildener Kfz-Betriebes hat gleich drei Meisterbriefe, einen davon als Fahrzeuglackierer. Seine Firma ist Sicherstellungsbetrieb der Hildener Polizei und der Autobahnpolizei. Das heißt, die Beamten greifen auf seinen Sachverstand zurück, wenn es gilt, Unfälle nachzustellen - darunter auch jene mit Fahrerflucht. "Meistens sind es die Stoßstangen, die beschädigt sind", sagt Prause. Die Schadenshöhe beginnt bei 150 Euro und kann bis zu 3000 Euro gehen. Liegt es vielleicht auch an diesen Beträgen, dass sich Unfallverursacher aus dem Staub machen? "Nein", betont Prause überzeugt. Heutzutage müsse nicht mehr gleich ein ganzes Karosserieteil lackiert werden, nur weil sich ein kleiner Kratzer darin findet. "Man kann kleinere Schäden auch klein beheben", bekräftigt Prause.

Vielleicht also liegt die steigende Zahl von Unfällen mit Fahrerflucht auch an zu engen Parkplätzen? Stefan Döpper, Sachgebietsleiter beim Hildener Ordnungsamt, überlegt nicht lange und wählt für seine eigene Einschätzung klare Worte: "Nein, das ist eher Rücksichtslosigkeit." Alle Parkplätze hätten Normmaße. So sind die Stellplätze in Parkhäusern nach Angaben von Stadtwerke-Sprecherin Sabine Müller 2,50 Meter breit. Sie lassen sich wegen der Säulen auch nicht vergrößern. Längsparkplätze entlang von Straßen sind meist zwei Meter breit. Eng für einen Porsche Cayenne mit 2,16 Metern Breite bei ausgeklappten Seitenspiegeln. Doch Döpper gibt zu bedenken: "Viele Autos sind heute mit Einparkhilfen ausgerüstet."

(RP)