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Hilden: Theresienschule bittet um Tafelspenden

Hilden : Theresienschule bittet um Tafelspenden

Gestern war das Spendenaufkommen sehr verhalten. Heute Vormittag kommt hoffentlich noch mehr herein.

Acht Schülerinnen sitzen im Eingangsbereich der Schule und haben viel Zeit, sich zu unterhalten. Eigentlich sollen sie die Päckchen der Spender für die Tafelkunden entgegennehmen, aber zwei Mädchen wären völlig ausreichend an dieser Stelle. Es kommen zwar Spender in die Aula der Theresienschule an der Gerresheimer Straße, aber es sind ziemlich wenige. Nadja Rabbani (14) hat bereits ein Paket angenommen: "Nudeln waren darin, Getränke und Würstchen", sagt sie.

"Meine Mutter hat ein ganzes Menü für Tafelkunden zusammengestellt", erzählt Sarina Bierschenk. "Gulasch, selbst gemachte Kekse und Pudding." Carolin Wissert (14) und Chiara Maslonka (15) wissen, dass ihre Mütter Kuchen backen für die Bewirtung der Tafelgäste heute Nachmittag. In den Jahren zuvor hätten sie auch Päckchen gepackt. Alle finden es gut, dass sie in die Spendenaktion einbezogen werden, wissen aber nicht, wie es einstmals dazu kam. Sie haben, wie alle Neuntklässlerinnen, den Job, die Spenden entgegenzunehmen.

"Vor einigen Jahren haben wir der Tafel unsere Aula zur Verfügung gestellt zum Päckchen packen, weil die selbst in ihren Räumen nicht genug Platz hatte", erklärt Schulleiter Burghard Langensiepen. "Inzwischen ist es eine wiederkehrende Aktion, an der auch Lehrer und Eltern teilnehmen." Und die Schülerinnen. "Die Päckchen packen allerdings die Leute von der Tafel, weil sie wissen, was dort hineingehört", erklärt der stellvertretende Direktor Stephan Martin. Die Mädchen, die nicht in der Spendenannahme eingesetzt werden, werden heute die Tafelkunden bedienen. "Das ist der härtere Job", sagt Martin sofort. "Nicht alle Beschenkten freuen sich über den Inhalt der Päckchen."

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Alexander Reichmann kommt mit einem großen schweren Paket herein und trägt es eine Treppe höher in die Schulaula. Das mit Geschenkpapier ausgeschlagene Paket ist gut gefüllt mit Genussmitteln. Auch eine Flasche Rosé-Sekt ist dabei. Warum er spendet? "Das gehört sich einfach so", findet er und geht.

Die sechs Tafelmitarbeiter, die in der Aula die Päckchen packen, waren am Dienstagnachmittag sehr nervös. "Die Spenden kommen nur sehr tröpfelnd", erklärt Heinz Jürgen Tutas. "Wir waren schon einkaufen und haben für etwa 500 Euro Kaffee und Schokoladennikoläuse dazugekauft." "Kaffee muss auf jeden Fall darin sein", findet seine Frau Jutta. "Dazu vielleicht Nudeln, Süßigkeiten, Marmelade, Fertiggerichte, Suppen, Würstchen, haltbare Wurst - das sind die Dinge, die fast jeder gebrauchen kann."

Gestern Nachmittag mangelte es vor allen Dingen an Spenden für Haushalte mit drei Erwachsenen (Eltern und ein erwachsenes Kind), von denen in Hilden über 60 einen Spendengutschein bekommen haben. "Wenn wir die Kartons nicht mit Spenden voll kriegen, müssen wir noch einmal einkaufen gehen", sagt Heinz Jürgen Tutas vom Leitungsteam. Aber vielleicht kommen ja heute Vormittag noch weitere Päckchen herein.

(RP)