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Hilden: Das Kinderparlament hat viele Wünsche

Hilden : Das Kinderparlament hat viele Wünsche

Selbstreinigende Toiletten an den Schulen, Hundeverbot auf Spielplätzen und rücksichtsvollere Autofahrer stehen ganz oben auf dem Wunschzettel.

Der Sitzungssaal des Bürgerhauses ist komplett belegt. Wer zu spät kommt, zwängt sich irgendwo dazwischen. Das Kinderparlament beginnt seine letzte Sitzung 2014 mit der offenen Fragestunde. Bürgermeisterin Birgit Alkenings eröffnet die Sitzung und bittet um Fragen. Für einen Moment meldet sich kein Kind, aber dann geht es los: "An unserer Schule steht ein alter Hühnerstall, der ist jetzt leer, aber ganz dreckig." Neue Hühner oder Abriss - das ist hier die Frage. Abriss, erfahren die Kinder. Die nächsten Fragen drehen sich um ramponierte Spielgeräte auf den Schulhöfen und Spielplätzen und immer wieder um Fahrradständer: Yannick, 5. Klasse Helmholtzgymnasium und Jung-Parlamentarier, macht sich für überdachte Fahrradständer stark. "Das geht nicht, weil die Feuerwehr das verbietet", erfährt er von Betreuerin Susanne Zwiener. Eine weitere Helmholtzschülerin, 7. Klasse, wünscht sich Probealarmübungen. Yannick belehrt sie, dass es die bereits gibt. "Vielleicht warst du gerade nicht da", mutmaßt er. Alkenings schlägt vor, erst einmal bei der Schule nachzufragen.

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Nach den offenen Fragen werden die schriftlichen Anfragen von Hildener Kindern behandelt. Etwa der Vorschlag, die Schulen mit selbstreinigenden Toiletten auszustatten: "Das geht leider nicht, weil die zu teuer und zu anfällig sind", bedauert Zwiener. Die Jugenddisko für 13- bis 15-Jährige dagegen wird es vermutlich schon im nächsten Jahr im Area 51 geben; den Jungentreff, den ein Schüler sich wünscht, wohl auch. "Schließlich gibt es ja auch einen reinen Mädchentreff", hatte der Junge geschrieben.

Die Lokalpolitiker behandeln die Dritt-bis Siebtklässler wie kleine Erwachsene. Jede Anfrage wird beantwortet oder zur Weiterleitung notiert. Vieles ist offenbar nicht neu: Einzelne Spielgeräte, deren Erneuerung bereits bewilligt ist, die häufigen Sachbeschädigungen am Spielplatz Topsweg. "Wir haben dort bereits sechs Spielplatzpaten", sagt Betreuerin Zwiener. Und einiges können die Lokalpolitiker nicht beeinflussen: Etwa den Wunsch einzelner Schüler, dass künftig ein Gelenkbus auf der Linie 784 fährt oder dass der Bus 783 ihn Zukunft nicht mehr zu spät kommen soll. Birgit Alkenings bedauert "die vielen Staus", die für die Verspätungen verantwortlich sind.

Es folgen die Berichte aus den Arbeitskreisen. Sie alle zeigen, dass die Kinderparlamentarier ihre Hausaufgaben gemacht haben: Sie haben neue Spielgeräte ausgesucht, gefährliche Straßen aufgelistet und sorgen dafür, dass der undichte Kinderbücherschrank repariert wird.

(RP)