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Wie Hilden zu seinem Rathaus-Center kam

7 Fakten : Wie Hilden zu seinem Rathaus-Center kam

Schneeloch gehörte viele Jahre zu den führenden inhabergeführten Geschäften in Hilden. Die Brüder bauen auch das Rathaus-Center. Hier sind sieben Fakten, die Sie vielleicht noch nicht kennen.

1) Am 2. Januar 1919 wird die Firma Adolf Schneeloch in Hilden gegründet. Der Gründer ist Adolf Schneeloch senior, der am 10. Sept. 1871 geboren wurde. Die Firma wird mit einem Schlossereibetrieb geführt. Schneeloch verkauft Öfen und Eisenwaren, mit der Zeit kommen immer mehr Hauhaltswaren dazu.

2) 1938 zieht Adolf Schneeloch in ein klassizistisches Wohnhaus an der Kaiser-Wilhelm-Straße um, das direkt neben dem historischen Rathaus (heute Bürgerhaus Mittelstraße 40) steht.. Damals befinden sich dort insgesamt drei Geschäftslokale. Die beiden kleineren davon werden vermietet. Die Firma Gebrüder Schneeloch zieht mit Haushalts- und Eisenwarengeschäft sowie Glas, Porzellan, Herden und Öfen ins dritte Geschäftslokal mit insgesamt 70 Quadratmetern Fläche. Ab Oktober 1935 gibt es dort eine Verkaufsstelle der Konsum-Genossenschaft „Selbsthilfe“. 1933 eröffnet dort ein Beerdigungsinstitut, und 1930 wird das Erdgeschoss umgebaut. Die Fensterfront wird herausgebrochen, nicht tragende Wände werden entfernt, um zwei große Ladenlokale entstehen zu lassen. Im November 1919 lässt sich der Rechtsanwalt Steckelings dort nieder.

 1938 zog Adolf Schneeloch in ein klassizistisches Wohnhaus (r.) neben dem historischen Rathaus (heute Bürgerhaus Mittelstraße 40).
1938 zog Adolf Schneeloch in ein klassizistisches Wohnhaus (r.) neben dem historischen Rathaus (heute Bürgerhaus Mittelstraße 40). Foto: Stadtarchiv HIlden
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3) Das heutige Rathauscenter (Mittelstraße 36/38) wird 1976/77 nach Plänen der Gebrüder Schneeloch erbaut (Baubeginn Januar 1976, Richtfest Oktober 1976). Ende Oktober 2004 schließt Familie Schneeloch ihr Glas-, Porzellan und Haushaltwarengeschäft im Rathaus-Center. Unternehmensberater Rolf Saalmann versucht mit Unterstützung des Einzelhandelsverbandes das Geschäft zu retten: „Was der Handel in den letzten Jahren durchmacht, hat er seit Jahrhunderten nicht erlebt.“ Schon 1999 gibt bereits das Eisenwarengeschäft von Ferdinand Schneeloch im Tiefgeschoss auf

 Das Kaufhaus Schneeloch im Lichterglanz. Das Gebäude wurde abgerissen, um für das Rathaus-Center Platz zu schaffen.
Das Kaufhaus Schneeloch im Lichterglanz. Das Gebäude wurde abgerissen, um für das Rathaus-Center Platz zu schaffen. Foto: Wolfgang Krämer

4) 2005 will Friedhelm Schneeloch als Miteigentümer des Rathaus-Centers verkaufen. Miteigentümer und Bruder Ferdinand Schneeloch will sich zu dem Thema nicht äußern. Dem Verkauf müssen allerdings alle Mitglieder der Eigentümergemeinschaft zustimmen.

 Heftiger Stilbruch: Das neue Rathaus-Center entsteht 1976/77 unmittelbar neben dem historischen Rathaus.
Heftiger Stilbruch: Das neue Rathaus-Center entsteht 1976/77 unmittelbar neben dem historischen Rathaus. Foto: Stadtarchiv Hilden/Stadtarchiv HIlden

5) 2011 kauft ein Hildener Unternehmer das ehemalige Geschäft Schneeloch im Rathaus-Center an der Mittelstraße. Es gibt Pläne für ein Restaurant mit Außengastronomie. Als Zwischennutzung ist von einem Designermögel-Outlet die Rede. Die obere Etage wird von der Sparkasse eine Zeitlang als provisorische Filiale genutzt. Dann will der Eigentümer eine Spielhalle, ein Wettbüro oder ein Casino einrichten. Dafür gibt es keine Genehmigung der Stadt.

 Gründer Adolf Schneeloch.
Gründer Adolf Schneeloch. Foto: Stadtarchiv Hilden

6) 2016 macht Architekt Christof Gemeiner im Auftrag der Stadt Vorschläge für eine Umgestaltung des Rathaus-Centers. .Die Lage ist 1a: Das Rathaus-Center liegt mitten in der Stadt unmittelbar an Hildens Flaniermeile Mittelstraße. Die Büros und Praxen in den Obergeschossen sind alle vermietet. Probleme gibt es mit den elf Ladenlokalen im Erd- und Untergeschoss. Bauliche Veränderungen erfordern einen Beschluss der Eigentümergemeinschaft – und zwar einen einstimmigen. Die Eigentümer sind sich aber offenbar nicht einig,

7) 2019 wird der Platz vor dem Rathaus-Center von der Stadt umgestaltet. Es ist das dritte Teilprojekt des integrierten Innenstadt-Konzepts. Es soll eine zusammenhängende Freifläche mit hoher Aufenthaltsqualität entstehen. Der Bereich zwischen Mittel- und Mühlenstraße erhält Rundbänke sowie ein neues Klinker- bzw. Anthrazitpflaster, dasselbe wie auf dem Vorplatz der St. Jacobus-Kirche. Außerdem werden Ausstattungselemente wie die Spielgeräte neu angeordnet. Insgesamt kostet das rund 145.000 Euro. Die Hälfte davon übernehmen Land und Bund.