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Hilden: Lachen mit dem Meisterboxer

Hilden : Lachen mit dem Meisterboxer

Die Itterbühne bot bestes Kömodien-Theater. 100 Besucher hatten bei der Premiere im Heinrich-Strangmeier-Saal viel Spaß. Sämtliche Aufführungen sind bereits ausverkauft. Über eine Wiederholung Anfang 2022 wird nachgedacht.

Endlich einmal wieder von Herzen lachen! Das hatten sich bestimmt alle Zuschauer im Heinrich-Strangmeier-Saal des „Alten Helmholtz“ gewünscht, als sie ihre Eintrittskarten für das neue Stück der „Itterbühne“ kauften. Vorweg soviel: „Der Meisterboxer“ (von Otto Schwarz und Carl Mathern) konnte die Sehnsucht nach humoriger Komödien-Unterhaltung absolut stillen. Es stieg in der Hauptrolle nämlich Andreas Brieden in den Ring, pardon!, auf die Bühne. Der Mann ist im echten Leben Mathe- und Informatik-Lehrer und nur in der Freizeit Regisseur und Schauspieler des Laientheaters. Als vermeintlicher Box-Profi schlug er sich Freitag mit einem blauen Auge durch die drei Runden der Premiere.

Alle Eintrittskontrollen waren überstanden, immerhin 100 Stühle waren besetzt und man konnte die Spannung im Saal fast spüren: Würden die Hobby-Schauspieler, von denen einige ihrem Stammpublikum seit Gründung der Itterbühne bestens bekannt sind, nach der langen, Corona bedingten Spiel-Pause noch gut agieren? Der Riesen-Applaus nach drei Akten gab eine klare Antwort.

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Ohne zu viel zu verraten, ging es – wie üblich in Komödien – um typische Irrungen und Wirrungen in Beziehungen plus einiger Überraschungseffekte. Das Ende ist ja immer gut! Und die Itterbühne verlagert das Geschehen natürlich nach Hilden. Das machte alles noch besser. Hier nun hat der Marmeladenfabrikant Anton Breitenbach ein Problem mit zu gesunder Ernährung, die Frau Adelheid (Sabine Robrecht is(s)t liebenswürdig vegan) ihm aufdrängt. Was tut der Mann mit Unterstützung seines Freundes Hecht (wie immer überzeugend Withold Fassbender)? Er flüchtet. Und zwar in ein „Alter Ego“ als Boxer, der viel unterwegs sein muss. Natürlich in Begleitung seines Freundes und in Gegenden mit gutem Essen. Dummerweise taucht der echte Meisterboxer Anton Breitenbach für einen Kampf in der Stadthalle auf. Den gibt Oliver Schläbitz als Schwergewicht, der zufällig im Zug Lotte Breitenbach (das erste Mal im Ensemble und entzückend, Nicole Schnelle), die Tochter des falschen Boxers getroffen hat.

Man ahnt es schon: Das führt zu Problemen im Marmeladen-Laden. Zumal es noch einen Stiefbruder Toni Breitenbach (Willi Dienst) gibt, der eine große Tanz-Leidenschaft zu Coletta Corolani (Christine Bracker) hegt. Leider hat die entzückende Dame neben Schönheit und italienischem Temperament auch Geldsorgen. In den Ring der Komplikationen steigen auch noch Kanzleirat Wipperling und seine Gattin ein. Barbara Aretz tritt in dieser Rolle (bewaffnet mit Insignien des Wohlstands), noch strenger als Gesundheitsapostolin auf, als ihre Freundin Adelheid. Rüdiger Daniel als verfröstelten Wipperling nach dem verordneten Schwimm-Training sollte man eventuell als Werbung für das hiesige Spaßbad einsetzen. Dass dann noch ein Handy im Zuschauerraum laut klingelt, wird von den Akteuren spontan in den Text eingebaut („er meldet sich aus dem Himmel“) und führt zu Lachsalven.

Um so viel Spaß wieder auf die Bühne zu bringen, haben die Akteure ab April 2020 zeitweise per Video ihre Texte geübt. Später konnten sie sich im Garten eines Schauspielers zu Proben treffen. „Das war toll“, kommentiert Margot Wuchth, die früher zum Ensemble gehörte. Stolz auf die „Itterbühne“ strahlt auch Gisela Jung aus, die 1996 das Laientheater mit begründete. Mit Aussicht auf Eisbein und Sauerkraut für den Preisboxer, mit der traditionellen Vorstellung aller Akteure auf der Bühne und dem noch vom Theatergründer Heinz Beier getexteten Abschiedslied endete die Premiere.

Leider sind sämtliche Aufführungen (wie immer) ausverkauft. Eine Wiederholung ist für Ende Februar/Anfang März geplant.