Hilden: Sekundarschule begrüßt erste Schüler

Hilden: Sekundarschule begrüßt erste Schüler

Hilden ist um eine neue Schulform reicher. Eltern erhoffen sich viel vom Gemeinsamen Lernen für ihre Kinder.

"Wir halten zusammen! Wir sind ein starkes Team": Das Leitbild der neuen städtischen Sekundarschule Hilden zog sich gestern wie ein roter Faden durch die Eröffnungsveranstaltung. Schulleiterin Sabine Klein-Mach führte gemeinsam mit ihrem Stellvertreter Christoph Emde durch das Programm — "weil Teamarbeit bei uns großgeschrieben wird". Bürgermeister Horst Thiele sprach von einem "historischen Moment": "Wir eröffnen in Hilden eine völlig neue Schulform." Der Weg dahin sei nicht einfach gewesen. 14 Millionen Euro investiere die Stadt in die Modernisierung des Schulgebäudes am Holterhöfchen: "Das ist kein Kleingeld." Nach drei Jahren Umbau würden Schüler und Lehrer "optimale Bedingungen" vorfinden, versprach Thiele. Er wünschte der neuen Sekundarschule genau so viel Erfolg wie der Wilhelm-Fabry-Schule, die jetzt ausläuft, und erinnerte an ehemalige Fabry-Schüler wie Landrat Thomas Hendele, Altbürgermeister Günter Scheib oder auch ihn selbst.

Die Sekundarschule braucht mindestens einen Kooperationspartner: In Hilden hat sie mit dem städtischen Helmholtz-Gymnasium und dem Berufskolleg Hilden gleich zwei starke Partner — und das nur ein paar Schritte entfernt. Das Helmholtz-Gymnasium begrüßte die Sekundarschüler mit einem charmanten Sketch. Oliver, Mona und Lea (Klasse 6a) finden eine "Wunschmaschine", die viele gute Wünsche (entspannte Pausen, gute Noten, nette Lehrer) für die neuen Nachbarn ausspuckt. Verbindungslehrer Horst Wilde vom Berufskolleg hieß die Sekundarschüler und ihre Eltern auf Englisch, Französisch und Spanisch willkommen — "drei wichtige Weltsprachen, die alle auf der Sekundarschule gelernt werden können". Der Clou: Alle drei Sprachen können später auch auf den Partnerschulen belegt werden.

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Zu den Kooperationspartnern gehört auch die Musikschule Hilden. Leiter Karl Hentschel hat Fördermittel besorgt. Damit werden vier "Band-Schmieden" mittwochnachmittags angeboten, um musikalische Talente zu entdecken und zu fördern, kündigte Schulleiterin Sabine Klein-Mach an. Was das konkret bedeutet, führten vier Musiklehrer vor. Sie rockten mit einem Covertitel die Bühne. Die ganze Aula des Helmholtz-Gymnasiums brachte die Bläserklasse der Wilhelm-Fabry-Realschule mit ihrem Beitrag auf die Beine. Den Rhythmus zu ihrem Rock-Song stampften und klatschen die 102 Sekundarschüler mit. Welche Erwartungen haben die Eltern? "Die Sekundarschule ist ein Experiment", sagt Vater Maik Beiler. Er hofft, dass die Kinder "trotz weniger Leistungsanspruch" viel lernen. "Die Hauptschule ist nicht so mein Fall", erzählt Nicole Hamann. Deshalb ist die Mutter von drei Kindern froh, dass ihr Sohn Donovan nicht nach Langenfeld fahren muss, weil es nur dort eine Gesamtschule für Hildener Schüler gibt. Der Elfjährige weiß noch nicht so recht, was da auf ihn zukommt. "Ich bin sehr froh, dass es jetzt eine Sekundarschule in Hilden gibt", sagt Silke Scheiber: "Wir sind ein Fan vom Gemeinsamen Lernen. Unser Sohn musste deshalb die Gesamtschule in Düsseldorf besuchen. Unsere Tochter Pauline braucht das nicht. Das ist sehr schön." Die Elfjährige ist ein bisschen aufgeregt und froh, Freundin Sydney an ihrer Seite zu haben. Paulines Lieblingsfach ist — Sport.

(RP)