Hilden: Sekundarschule präsentiert sich erstmals

Hilden : Sekundarschule präsentiert sich erstmals

Noch prangt der Name "Wilhelm-Fabry- Realschule" am Gebäude. Doch schon zum kommenden Schuljahr besuchen dort die ersten Fünftklässler die Sekundarschule im Holterhöfchen.

Noch prangt der Name "Wilhelm-Fabry- Realschule" am Gebäude. Doch schon zum kommenden Schuljahr besuchen dort die ersten Fünftklässler die Sekundarschule im Holterhöfchen.

Der Tag der offenen Tür in der Schule wurde entsprechend interessiert aufgenommen, viele Eltern und potenzielle neue Schüler ließen sich gerne führen. "Das ist sozusagen die kleine Schwester der Gesamtschule", sagte Sabine Klein-Mach. Die Schulleiterin verdeutlichte damit, dass das neue Modell mehr ist, als nur eine Ersatzform für die Haupt- und die Realschule. "Dein Weg mit uns" lautet das Motto für die neue Schulform.

Bei den Führungen durch die Schule war immer auch ein "aktueller" Schüler dabei: Das überzeugte auch den neunjährigen Jakob, der an verschiedenen Mitmachstationen wie beim Schlagzeugspielen, beim Malen oder dem Keksebacken seine künftigen Lehrer einmal kennenlernen konnte. "Ich hoffe, dass die Lehrer engagiert sind, die wollen ja auch, dass die Sekundarschule funktioniert", ist seine Mutter Elke Klang überzeugt. Informationsbroschüren gab es am Tag der offenen Tür auf Deutsch, Englisch, Türkisch und Arabisch. "Bei uns soll kein Kind verloren gehen. Jedes soll auch während seiner Schullaufbahn begleitet werden", klärt Sabine Klein-Mach auf. So gibt es künftig etwa auch zwei Klassenlehrer, die die Kinder durch ihre Schulzeit begleiten. Mit Sozialarbeiter Peter Keller und Sozialpädagoge Michael Willms haben die Schüler soziale Klassenstunden und Freizeitaktivitäten in den Mittagspausen wie Kicker, Billard, Tischtennis oder Ballspiele. Nachmittags gibt es auf Wunsch eine Lernzeit mit Hausaufgabenbetreuung.

Die Sekundarschule greift den Ganztagsunterricht der Grundschulen auf. Anders als auf der Gesamtschule, können die Kinder schon ab der sechsten Klasse Differenzierungskurse wählen. "Der klassische Fächerkanon bleibt erhalten. Es gibt kein Fach Natur- oder Sozialwissenschaften, sondern weiterhin Chemie, Biologie, Physik, Politik und Geschichte", berichtet Sabine Klein-Mach. Auch ein "Sitzenbleiben" ist nicht mehr "automatisch" bei schlechten Noten, ist vielmehr nicht vorgesehen.

Die Sekundarschule plant neun Jahre auf der weiterführenden Schule bis zum Abitur ein. Durch die Kooperation mit Berufskolleg und Helmholtz-Gymnasium können Absolventen nach der zehnten Klasse die zehnte Klasse dort und somit die gymnasiale Oberstufe besuchen. Die Stadt investiert für das neue Schulmodell reichlich Geld. Zehn Millionen Euro kosten unter anderem die Umbauarbeiten an den beiden Schulgebäuden. "Das wird eine attraktive Schule für unsere Stadt und eine außergewöhnliche Bereicherung für unsere Schullandschaft", ist sich Reinhard Gatzke sicher. "Man muss als Hildener nun nicht mehr zwingend nach Langenfeld zur Gesamtschule fahren", weist der Schuldezernent auf einen entscheidenden Vorteil hin. Im Nebengebäude entsteht eine moderne Mensa. Durch die mobile Bühne ist sie auch eine kleine Aula.

Ab Februar 2013 sind mindestens 75 Schüler für drei Klassen nötig. Bereits am Tag der offenen Tür waren viele Eltern bereits überzeugt und wollten ihre Kinder anmelden. Sabine Klein-Mach musste die Familien auf den offiziellen Termin vertrösten. "Ich habe auch schon Schülerstimmen gehört, die sagten 'Schade, das kommt etwas zu spät für mich'", berichtet die Direktorin. Falls zu viele Anmeldungen kommen, kann man einen Zweitwunsch für sein Kind angeben, damit am Ende niemand ohne Platz dasteht.

(pjj)